Fünf Männer stehen mitten in der Wüste, scherzen, schauen in den Himmel. Daneben ein Schild: „Ground Zero, Population 5“. Und ein Kameramann, der das Geschehen festhält. Es ist der 19. Juli 1957, und in Kürze wird über diesen sechs Personen eine Atombombe detonieren, mit zwei Kilotonnen Sprengkraft. Zumindest die fünf, die gefilmt werden, haben sich dafür freiwillig gemeldet. Das ganze ist ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit der US Air Force, um zu demonstrieren, wie ungefährlich der Einsatz kleiner Atomwaffen in der Atmosphäre tatsächlich sei. Und tatsächlich überlebten die fünf Offiziere der Air Force und der Kameramann den Tag um Jahrzehnte, was nicht zuletzt der Versuchsanordnung geschuldet war, bei der die vergleichsweise kleine Bombe bereits in 5.600 Meter Höhe explodiert ist. Dadurch wurde kaum Staub von der Explosion angezogen und radioaktiv verseucht; der folgende radioaktive Niederschlag war gering. Zudem verteilte sich die Strahlung durch die Höhe der Explosion über einen größeren Bereich. Trotzdem: Mir rennt ganz ehrlich bei diesen Bildern der kalte Schauer den Rücken hinunter.
Mehr darüber kann man in diesem sehr interessanten Artikel von Robert Krulwich bei NPR, dem öffentlichen Rundfunk der USA, nachlesen, in dem z.B. ein unbearbeitetes Video einer Atombombenexplosion zu sehen und zu hören ist, oder auch darüber berichtet wird, wie ganze Ortschaften bei Atombombentests verstrahlt wurden.