Bildungsfernsehen: Fußball-Reportage, wörtlich genommen

Ich staune ja immer wieder, welche Wortkaskaden Sportreporter hervorbringen können, Ansammlungen interessanter gerader und schiefer Sprachbilder. Aber wie würde ein Fußballspiel aussehen, wenn das, was die Kommentatoren von sich geben, tatsächlich am Platz geschehen würde? Wie wird etwa ein Ball trocken abgestaubt? Gerade rechtzeitig zum Höhepunkt der Fußball-WM hat sich die Redaktion der „Sendung mit der Maus“ vorgenommen, diese und ähnliche Fragen an Hand eines fiktiven Finalspiels Deutschland-Brasilien zu beantworten. Man sieht nachher Fußballspiele mit anderen Augen … (oder besser: hört den Kommentar mit anderen Ohren …)

Zum 28. Juni 1914

Viel wurde heute über das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau, Herzogin Sophie von Hohenberg, geschrieben. Auf @1914tweets konnte man die Ereignisse des 28. Juni 1914 quasi live erleben, als ob sie heute gemeldet würden, mitfiebern, ob nach dem ersten Attentat, bei dem Oberstleutnant Merizzi schwer verwundet wurde, alles gut ausgehen würde oder nicht. Der Kurier hatte dem Jahrestag einen Schwerpunkt gewidmet. Usw. usf.

Zwei Dinge fallen mir dabei auf: Die Person Franz Ferdinands, eines für damalige Begriffe durchaus unkonventionellen Thronfolgers, wird kaum ausgeleuchtet, noch weniger die seiner Frau, der Herzogin Sophie. Herzogin, weil sie Kaiser Franz Joseph schließlich doch in einen Stand erhoben hat, der die Verbindung mit Franz Ferdinand weniger skandalös schienen ließ.

Auch die Vorgeschichte serbischer Provokation wird gerne ausgespart. Die Ermordung des Thronfolgers und seiner Frau war der Höhepunkt von Agitation und Terrorakten, die von höchsten Kreisen in der serbischen Exekutive koordiniert wurden. Die österreichische Reaktion war für heutige Begriffe langsam, damals aber in angemessener Geschwindigkeit. Immerhin dauerte es ein Monat vom Attentat bis zum Ultimatum an Serbien, wiewohl sehr bald klar war, dass höchste serbische Regierungskreise hinter dem Terrorakt standen. Dieses Ultimatum wäre auch beinahe angenommen worden, wenn nicht Russland Serbien Rückendeckung gegeben hätte.

Simon Winder fragt sich in der „New York Times“, was geschehen wäre, wenn Franz Ferdinand nicht ermordet worden wäre. Viele vermuten, dass es dann eben einen anderen Anlass für den Großen Krieg gegeben hätte. Doch die Menschen glaubten ja selbst im Juli 1914 nicht unbedingt an einen Großen Krieg; viele hielten Krieg an sich für unvermeidbar, rechneten aber nicht mit einem Weltenbrand.

Und wie es mit Österreich-Ungarn weitergegangen wäre? So „todgeweiht“ war die Monarchie nicht, wie sie gerne dargestellt wird. Das Land befand sich in einem wirtschaftlichen Aufholprozess, der sich in steigendem Wohlstand auch der breiten Bevölkerung niederschlug. Wien war eine der führenden Städte Europas, Budapest und Prag glänzten in einem Städtedreieck mit Wien. Die österreichische Verwaltung, das österreichische Schulwesen galten als vorbildlich. Selbst 1915 oder 1916 rechnete kaum jemand mit dem völligen Zerfall dieses Reiches.

Was immer sonst geschehen wäre: Es wäre wohl weniger schlimm gewesen als das Schlachten, das in Europa von 1914 bis 1945 wütete, die Ermordungen, Verfolgungen, Vertreibungen. Dass in Serbien nun der Terrorist Gavrilo Princip mit einem Monument als Held gefeiert wird, der an der Verwüstung Europas wesentliche Mitschuld trägt, zeigt nicht nur ein völlig verqueres Geschichtsbild, sondern auch, dass der chauvinistische Großmannssucht-Nationalismus, der die Attentäter 1914 motiviert hat, auch im heutigen Europa quicklebendig ist.

Zum Durchdenken 18

Il se flattait d’être sans préjugés, et cette prétention était à elle seule un gros préjugé.
— Anatole France (*1844 † 1924)

Er schmeichelte sich, ohne Vorurteile zu sein, und dieser Anspruch war für sich allein ein krasses Vorurteil.

Der Literaturnobelpreisträger Anatole France war eine schillernde Figur. Ein fruchtbarer Autor, der in fast jedem Genre zu Hause war, vom großen Roman über historischen Abhandlungen, Erzählungen der Versepen bis hin zu politischen Essays. Ein Linker, der in der Tradition des französischen Antichristianismus stand, sich im Alter schließlich dem Kommunismus zuwandte. Mitglied der Académie française. Gelobt von Friedrich Nietzsche und Kurt Tucholsky. Doch auch der konservative Sprachwissenschafter Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, der mit Nietzsche einen scharfen philologischen Streit ausfocht, nannte France den letzten französischen Schriftsteller, den er noch mit Bewunderung habe lesen können.

France setzte viele zitierfähige Sätze in die Welt. Seine Ironie, mitunter auch Sarkasmus, leuchten auch durch ideologiegetränkte Passagen durch, wie in seiner berühmten Formulierung: „Das Gesetz in seiner erhabenen Gleichheit verbietet es Reichen wie Armen, unter den Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“

Der obige Satz ist jedenfalls eine scharfsinnige Beobachtung, die man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte.

Der Erste Weltkrieg in drei Minuten dreiundreißig

Der Erste Weltkrieg war ein überaus komplexes Ereignis, mit sich ändernden Bündnissen, zum Teil überraschenden Frontverschiebungen, einem untrennbaren Gemengelage aus Ressentiments, Statusfragen, Innenpolitik und Kriegspolitik. Ein klein wenig einfacher wird zumindest der Blick über das Kriegsgeschehen, folgt man diesem Video, das die Änderungen im Frontverlauf bzw. den beteiligten Ländern in Schritten zu jeweils fünf Tagen abbildet.

Wer denkt etwa daran, wie die Entente-Mächte Griechenland in den Krieg gezwungen haben? An den Zusammenbruch der Balkanfront im Herbst 1918? Oder den erfolgreichen Durchbruch der Österreicher bei Karfreit? Das wechselnde Kriegsglück im Nahen Osten? Dieses kurze Video erinnert daran, dass die sogenannte Westfront nur ein Teil dieses gewaltigen Ringens war, das eine Epoche wachsenden Wohlstands und Friedens beendete und Teile Europas für Jahrzehnte ins Unglück stürzte.

(Hinweis über Jonah Goldberg)

Außen heiß, innen Eis – Die Physik des Mikrowellenherds

Wenn es einmal schnell gehen muss, ist der Mikrowellenherd schwer zu ersetzen. Nein, Milch dampfgaren ist keine Alternative.

Aber wie funktionert das Erwärmen genau? Warum ist der tiefgekühlte Reisauflauf von letzter Wochen innen nach einer Minute eiskalt und außen brennend heiß? Das schildert Ethan Siegel auf medium.com an Hand einer amerikanischen Pizzateigtasche so anschaulich, dass ich (1) glaube es verstanden zu haben und (2) gleichzeitig dabei einen ordentlichen Hunger bekommen habe. Mahlzeit!

Skurrile Welt, Plakatedition

Quod licet Iovi, non licet bovi. Während Wien auf Kosten der Steuerzahler mit Plakaten barbusiger Hermaphroditen geschmückt wird, hat der Werberat die „Wirtschaft im Walgau“ wegen eines Werbesujets gerügt, in dem ein Mann einer Frau in kurzem Rock nachsieht und deswegen Kaffee verschüttet. Vorarlberg Online erläutert:

Ferner verweist der Werberat auf die Bestimmung des Ethik-Kodexes, dass Werbung nicht aufgrund des Geschlechts diskriminieren sowie Personen nicht in rein sexualisierter Funktion als Blickfang darstellen sollte.

Die Entscheidung des Werberats kann ich nachvollziehen, angesichts der Wiener Plakate, bei denen sich der Werberat sicherheitshalber für unzuständig hält, ist sie aber durchaus skurril. Werbung mit Minirock = bedenklich. Werbung textilfrei = förderungswürdig. Jugendschutz = egal.

Übrigens hält auch der deutsche Werberat die Degradierung von Menschen zu Sexualobjekten in öffentlicher Werbung für bedenklich, auch wenn sie nicht gegen den Jugendschutz verstößt.

WK I: Bilder aus dem Krieg der Technik

Ernst Jünger hat seine Aufarbeitung des Ersten Weltkriegs mit gutem Grund „In Stahlgewittern“ genannt. In diesem Großen Krieg brachen Tod und Zerstörung vielfach gesichtslos über die Menschen herein. Wie ein Unwetter brachen Granaten und Maschinengewehrfeuer, Giftgas und die ersten Panzer über die Soldaten ein.

Der Erste Weltkrieg war im Vergleich zu den vorangegangenen Konflikten hochtechnisiert, brachte den Einsatz von Kampffliegern, Eisenbahngeschützen, Panzern, Baggern, Feldtelephonen etc. Ein wenig davon zeigt eine Bilderserie im amerikanischen Magazin „The Atlantic“. Faszinierend z.B. die deutsche Funkstation, die mit einem Fahrrad zur Stormerzeugung betrieben wird. Der Schwerpunkt der Bilder liegt verständlicherweise auf der Westfront, an der ja auch US-Soldaten im Einsatz waren. Daher finden sich nur zwei Bilder mit Österreich-Bezug: Einmal ein gepanzerter Zug in Galizien (siehe Abbildung), einmal eine riesige italienische Haubitze, die nach dem Durchbruch der österreich-ungarischen Truppen in der zwölften Isonzoschlacht (Schlacht von Karfreit) im November 1917 erbeutet wurde.

Auf den Bildern begegnen einem immer wieder die Leichen gefallener Soldaten; und bei den Lebenden überkommt einen der beklemmende Gedanke, wie viele von ihnen später im Krieg ums Leben gekommen waren.

Auf der Sammlung europeana1914-1918.eu findet man übrigens noch viele weitere Bilder und Dokumente aus dem Ersten Weltkrieg, viele davon aus den Archiven der Nationalbibliotheken, die am Projekt beteiligt sind.

Das Book of Kells – am PC

Das legendäre Book of Kells, ein Höhepunkt iroschottischer Buchmalerei des Frühmittelalters, ist offenbar digital verfügbar. Ein atemberaubender Anblick. Viele Seiten sind mit detailverliebten Illustrationen versehen, der Text selbst ohne Verständnis des Inhalts eine Augenweide. 330 Blätter sind es insgesamt; wer alle studieren will, wird etwas Zeit aufwenden müssen. Die Prachtseiten werden gerne reproduziert und sind in Bildersuchen schnell gefunden. Die von mir gewählte Abbildung zeigt dagegen den Beginn des 10. Kapitels aus dem Johannesevangelium: „Amen, amen, dico vobis“. Das Evangelium dieses Sonntags. Ein kleines Zeichen, welcher Aufwand von den Skriptoren selbst für solche Passagen im Text getrieben wurde.

Book of Kells: Folio 322r (Ausschnitt)

Book of Kells: Folio 322r (Ausschnitt)

Das Buch war wohl als Lektionar konzipiert, das den Wert des Wortes Gottes sinnfällig widerspiegeln sollte. Entstanden ist es um 800 vielleicht in Iona, der von St. Columban gegründeten Abtei, oder in Kells, wohin Mönche aus Iona nach Überfällen der Wikinger geflohen waren. Ein Teil des Werks ist heute verloren — und vielleicht schon seit dem Mittelalter, war doch auch die Abtei von Kells Ziel skandinavischer Raubzüge; zudem wurde das Buch 1007 gestohlen und sein kostbarer Einband von den Dieben entwendet. Heute kann es im Trinity College in Dublin bewundert werden.

Eine der Erfolgsgeschichten des Internets ist es, wie früher nur schwer zugängliche Werke aus früheren Jahrhunderten als Digitalisate von jedem Computer aus zugänglich werden. Zudem bleibt so auch nach einer eventuellen Zerstörung des Originals (Stichwort Kölner Stadtarchiv …) zumindest der Inhalt des Werks auch für kommende Generationen zugänglich. Mit der Einschränkung, dass nicht alle Qualitäten eines Werks nach dem Transport in die digitale Welt spürbar bleiben. Trotzdem: Fabelhaft, welche Kostbarkeiten jetzt zugänglich sind.

Maria Lassnig (1919-2014)

„Grande Dame“ nennt man im Kulturbetrieb gerne weibliche Künstler, die in Würde gealtert sind und kraft alters gewürdigt werden. Maria Lassnig ist nun 94jährig in Wien gestorben — und wird posthum als eine solche „Grande Dame“ gewürdigt Sie hätte darüber vielleicht geschmunzelt, denn sie war alles mögliche andere. Und das war auch gut so.

Lassnig war eine neugierige Frau, die alles mögliche in der Welt und an sich selbst kennenlernen wollte. Ihre Kunst erforscht und reflektiert in weiten Strecken sie selbst; ehrlicher kann es nicht sein. Sie experimentierte mit Film, Graphik, Malerei. Billige Schockwirkung oder das Kratzen an vermeintlichen Tabus — deren „Brechen“ meist gerade der Code für den In-Künstler ist — waren nicht ihr Thema. Auch sonst hat sie sich den üblichen Strategien der Kunstvermarktung verweigert und das zur eigenen, erfolgreichen Strategie erhoben.

Mitten im Krieg ging die junge Kärntner Lehrerin an die Kunstakademie, lernte nach ihrem Rausschmiss bei Herbert Boeckl — was in ihren Bildern deutliche Spuren hinterlassen hat –, hatte mit 28/29 Jahren ihre erste Einzelausstellung in Klagenfurt, stieß mit knapp über 30 zum Kreis um Monsignore Otto Mauer und seine Galerie St. Stephan, um dann nach Paris zu gehen, mit fast 50 nach New York. 1980 kehrte sie dank der Hartnäckigkeit von Wissenschaftsministerin Herta Firnberg nach Österreich zurück, um eine Professur an der Akademie für angewandte Kunst anzunehmen. Auch in dem Alter, in dem andere in Pension gehen, hat sie das Interesse für das Neue nicht verlassen. In den letzten Jahren durfte sie auch noch zahlreiche Ehrungen entgegennehmen, deren Altersbezug ihr freilich nicht verborgen blieb. Den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk konnte sie dann nicht mehr persönlich entgegennehmen, dafür reichte die Kraft nicht mehr.

Familie, ein treuer Mann — das hatte in ihrem Leben keinen Platz gefunden, was sie in Interviews auch im hohen Alter noch beklagt und vor sich selbst gerechtfertigt hat. Ihre Kinder, das waren dann die Bilder, die sie ungern weggab und deren Verbleib sie sehr beschäftigte.

In der Sammlung Essl kann man viele Werke von ihr sehen, solange es das Museum noch gibt. Das Joanneum Graz hat 2012 eine Werkschau auf die Beine gestellt, von der noch einige Fotos auf deren Homepage zu sehen sind. Diese Ausstellung war so interessant, dass sie mittlerweile über Hamburg und Deurle ihren Weg in die Dependance PS1 des New Yorker Museum of Modern Art gefunden hat. Das Joanneum hat es in den letzten Jahren auch unternommen, ein Werkverzeichnis der Künstlerin anzulegen.

Andrea Schurian interviewte die Künstlerin letztes Jahr für den „Standard”. Das „profil“ war zum Neunziger dran. Ö1 hat zum Neunziger ein Portrait gesprochen.

Friedrich III. und „Glücklich ist, wer vergisst“

Kaiser Friedrich III. (* 1415, † 1493) ist für sein Motto „AEIOU“ bekannt, sofern er bekannt ist. Das wird oft als „Austria erit in orbe ultima“ gedeutet — Österreich sei im Erdkreis das höchste bzw. zeitlich letzte –, es gibt aber noch hunderte andere, wie etwa „Augustus est iustitiae optimus vindex“ — Der Kaiser ist der beste Beschützer der Gerechtigkeit. Welche Deutung(en) der Kaiser wirklich damit verbunden hat, ist nicht bekannt. Auf einem Kristallbecher wurde es zu seinen Lebzeiten als „Aquila Ejus Iuste Omnia Vincet“ ausformuliert. Ob es aber seine eigene Interpretation war, wissen wir nicht.

Dafür ist ein anderer Spruch sinnvoll erhalten, den Friedrich III. für so bedeutend hielt, dass er ihn im alten Schloss Laxenburg in Stein meißeln ließ: „Rerum irrecuperabilium summa felicitas est oblivio.” Der unwiederbringlichen Dinge höchstes Glück ist das Vergessen. Lustigerweise schreibt etwa Peter Maier-Bergfeld diese Inschrift dem Erbauer der Laxenburger Franzensburg, Kaiser Franz II. / I. zu, „nachdem er 1811 den Staatsbankrott verkündet hatte“. Das ist eine nette Anekdote, allerdings falsch.

Tafel in Laxenburg

Tafel in Laxenburg

Friedrich III. hat diese kurze Textzeile aber nicht bloß in Laxenburg verewigt. Sie findet sich z.B. in Aachen, in einer Notiz, über einer Tür, auf einem (verschollenen) Portrait. Angeblich soll er diesen Satz ausgesprochen haben, als er vom Fall Konstantinopels erfahren hätte. Allerdings wurde die Marmortafel in Schloss Laxenburg wohl bereits vor 1453 angebracht, womit auch diese Anekdote nicht ganz glaubwürdig ist.

Peter Diem übersetzt den Spruch scherzhaft mit „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“. Er ist aber gar nicht so „typisch österreichisch“. Er findet sich im 16. Jahrhundert ebenso als Motto des niederländischen Arztes Lemnius, 1612 als Inschrift auf einem Haus in Hildesheim, oder in einem Text eines siebenbürgischen Stadtbeschlusses.

In einer Sammlung lateinischer Redewendungen eines William Robertson findet sich eine längere Fassung ohne Quellenangabe: „Sapientiae est, atque magnitudinis animi, oblivioni tradere irrecuperabilis rei dispendium, nam rerum irrecuperabilium summa felicitas est oblivio.“ — „Es ist von Weisheit und der Großheit der Seele, dem Vergessen den Verlust der unwiederbringlichen Dinge zu übergeben, denn der unwiederbringlichen Dinge höchstes Glück ist das Vergessen.“

Woher stammt diese Setenz? Und warum fühlt sich ein Kaiser bemüßigt, sie in repräsentativen Texten zu benutzen? Der Spruch enthält zweifellos eine tiefe Wahrheit. Gegen das unwiederbringlich Verlorene, das unabänderlich Geschehene zu kämpfen, sich von ihm emotional aufwühlen zu lassen, ist eine denkbar schlechte Verwendung der eigenen Kraft. Vielleicht bin ich so viel Nachdenklichkeit von führenden Personen einfach nicht gewohnt …