Radwege, britisch betrachtet

Seit Straßen markiert und unterteilt werden, haben findige Köpfe kreative Wege gefunden, Straßen so zwischen verschiedenen Verkehrsrichtungen und -teilnehmern aufzuteilen, daß Denksport, Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit intensiv getestet werden.

Der Brite Pete Owens, ein passionierter Radfahrer, sammelt seit über zehn Jahren solche kuriosen Situationen aus der Sicht des Cyclisten, und kommentiert sie mit trockenem Humor als „Facility of the Month“. So beschreibt er den folgenden Radweg in Croydon, der direkt in abmarkierte Parkplätze mündet, folgendermaßen:

Croydon: Whitehorse Lane (Photo: Mike Armstrong)

Croydon: Whitehorse Lane (Photo: Mike Armstrong)

„Dieser innovative Mehrzweckstreifen für Fußgänger, Radfahrer und parkende Fahrzeuge ist nur durch die neuesten Entwicklungen bei voll gefederten Mountain Bikes möglich gemacht worden. Radfahr-Trainingskurse in Croydon enthalten nun auch ein Modul für das Fahren über geparkte Wagen, so daß die Gefahr, von einer aufgehenden Autotüre getroffen zu werden, vermieden werden kann.“

Oder diese Situation in Stowmarket, wo ein Fahrradweg mit lauter Absperrungen vor einer Straße endet:

Stowmarket: End of Route (Photo: David Kurtz)

Stowmarket: End of Route (Photo: David Kurtz)

„Die Brücke, mit der die Stowupland Road über die A14-Umfahrung führt, ist ein beliebtes Ziel für die Radfahrer von Stowmarket. Der Suffolk County Council hat daher umsichtigerweise einen Radweg errichtet, der zu einer Aussichtsgalerie führt. Radfahrer können nun für ein Picknick stehenbleiben und den Autos bei ihrem Weg nach Stowupland zuschauen, bevor sie umkehren und wieder heimfahren.“

Eine Sammlung von 50 solcher Fundstücke ist auch als Buch erhältlich. Man fragt sich nur, wer diese Radwege jemals geplant und genehmigt hat – aber dafür muß man nicht bis Großbritannien abschweifen.