Kinder rund um die Welt und ihr Spielzeug

Was verbindet alle Kinder der Welt? Sie spielen gerne. Erwachsene übrigens auch, aber sie dürfen nicht so. Spielzeug gibt es daher im Prinzip so lange, wie es Menschen gibt. Manchmal ist es ein schöner Kieselstein, ein Ast, der Samen von Löwenzahn. Heutzutage ist es meist etwas komplizierteres.

Der italienische Photograph Gabriele Galimberti hatte die Idee, bei eienr Reise um die Welt in verschiedensten Länder Kinder mit ihren Spielzeugen abzulichten. Und zwar zum Großteil in deren eigener Wohnung. Das sagt mehr über das Verbindende und Trennende, über die eigene Sicht der Welt aus als vieles andere.

In einem kurzen Interview mit Nick Fancher bei FStoppers erzählt er, wie es dazu gekommen war:

Das erste Photo, das ich von der Serie geschossen hatte, machte ich in der Toskana – das Mädchen mit den Kühen im Hintergrund. Eine Freundin bat mich, ihr Kind zu photographieren. […] Ich mochte das Ergebnis dieses Photos wirklich sehr und einige Monate später, als ich die Möglichkeit hatte, meine Weltreise zu beginnen, entschloß ich mich, ein ähnliches Photo in jedem Land zu machen, das ich besuchen würde.

Bei den Bildern zeigt sich übrigens die Tendenz, das die meisten Kinder (oder ihre Eltern) möglichst viele Spielsachen herzeigen wollen, und damit auch ihren Wohlstand demonstrieren. Und: Galimberti inszeniert die Bilder mit Bedacht; man sollte daher nicht den Fehler begehen, den Photographen vom Bildinhalt zu trennen. Wie er inszeniert ist aber sehenswert.

Wer die Bilder ansehen will, tut das am besten auf Galimbertis Homepage; der Spiegel hat vor Monaten eine kleine Auswahl online veröffentlicht.

Zur Abwechslung: Ein netter Fotoblog mit Landschaftsbildern aus Österreich

Auf dem Webportal der Salzburger Nachrichten, salzburg.com, befindet sich auch ein Fotoblog, der von Lesern selbst gestaltet wird. Die können dort schöne Landschaftsaufnahmen, Naturbilder oder kleine Bildbeobachtungen hineinstellen, die dann von der Lesergemeinde bewertet werden können.Die Qualität schwankt natürlich, doch in der Fülle finden sich doch überraschend viele wirklich gelungene Aufnahmen. Einfach einmal einen Blick hineinwerfen – es wird sich schon etwas Lohnendes finden.

Radwege, britisch betrachtet

Seit Straßen markiert und unterteilt werden, haben findige Köpfe kreative Wege gefunden, Straßen so zwischen verschiedenen Verkehrsrichtungen und -teilnehmern aufzuteilen, daß Denksport, Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit intensiv getestet werden.

Der Brite Pete Owens, ein passionierter Radfahrer, sammelt seit über zehn Jahren solche kuriosen Situationen aus der Sicht des Cyclisten, und kommentiert sie mit trockenem Humor als „Facility of the Month“. So beschreibt er den folgenden Radweg in Croydon, der direkt in abmarkierte Parkplätze mündet, folgendermaßen:

Croydon: Whitehorse Lane (Photo: Mike Armstrong)

Croydon: Whitehorse Lane (Photo: Mike Armstrong)

„Dieser innovative Mehrzweckstreifen für Fußgänger, Radfahrer und parkende Fahrzeuge ist nur durch die neuesten Entwicklungen bei voll gefederten Mountain Bikes möglich gemacht worden. Radfahr-Trainingskurse in Croydon enthalten nun auch ein Modul für das Fahren über geparkte Wagen, so daß die Gefahr, von einer aufgehenden Autotüre getroffen zu werden, vermieden werden kann.“

Oder diese Situation in Stowmarket, wo ein Fahrradweg mit lauter Absperrungen vor einer Straße endet:

Stowmarket: End of Route (Photo: David Kurtz)

Stowmarket: End of Route (Photo: David Kurtz)

„Die Brücke, mit der die Stowupland Road über die A14-Umfahrung führt, ist ein beliebtes Ziel für die Radfahrer von Stowmarket. Der Suffolk County Council hat daher umsichtigerweise einen Radweg errichtet, der zu einer Aussichtsgalerie führt. Radfahrer können nun für ein Picknick stehenbleiben und den Autos bei ihrem Weg nach Stowupland zuschauen, bevor sie umkehren und wieder heimfahren.“

Eine Sammlung von 50 solcher Fundstücke ist auch als Buch erhältlich. Man fragt sich nur, wer diese Radwege jemals geplant und genehmigt hat – aber dafür muß man nicht bis Großbritannien abschweifen.

Ein blinder Photograph

Wie ist die Beziehung zwischen einem Kunstwerk und dem Künstler, wenn letzterer die Beschaffenheit, die Qualität seines Werkes sinnlich nicht erfassen kann?  Eine Frage, die z.B. der Photograph und DJ Gary Waite beantworten kann. Der Brite verlor durch eine Erbkrankheit sein Augenlicht;  seit zehn Jahren ist er blind. Die gemeinnützige Organisation PhotoVoice, die behinderten Menschen über den Zugang zur Photographie Ausdrucksmöglichkeiten verschaffen will, hat ihn vor zwei Jahren mit der sinnenübergreifender Photographie vertraut gemacht, bei der Geruch, Gehör und Tastsinn beim Erfassen der Sujets für das Photo helfen. Immerhin entwickelte sich seine Fähigkeiten so weit, dass er ein Buch über karibische Musik in London mit dem Titel „Favourite Sessions“ vorlegen kann, das aus Interviews und seinen Photos hervorgegangen ist.

Nokia hat nun auf seinem offiziellen Blog ein Interview mit dem Künstler veröffentlicht – nicht ganz uneigennützig, den Waite ist auch der Star eines Werbespots des finnischen Handyherstellers für sein Flaggschiff Nokia N8, dessen Photo- und Videofähigkeiten selbst von harschen Kritikern hoch gelobt worden sind. Hier übrigens das Werbevideo:

Interessant seine Antwort, warum er eigentlich photographiert, wo er doch das Ergebnis gar nicht sehen kann:

Being that I can’t actually see the photos after I’ve taken them, I can’t enjoy that aspect of it. It’s the achievement of being able to capture something beautiful and have other people look at them and enjoy them. That’s why I take them, to give joy to others.

I have also learnt a whole new bunch of skills too. I’ve improved on my communication skills as I’ve met new people who are keen to talk to me about the images and my blindness, and I’ve had to learn to improve my planning skills to as there’s a certain amount of planning needed to go out and take great photos.

Durch seine Photos schafft er sich einen Zugang zu sehenden Menschen und baut unsichtbare Barrieren ab, die ihn von den anderen, von seiner Umgebung trennen. Eine bemerkenswerte Geschichte.

Hier übrigens ein Bericht der BBC über Gary Waite und seine Rolle in der Fernsehwerbung.

Der erste photographierte Mensch?

Daguerrotypie (1838/39) vom Boulevard du Temple, Paris

Boulevard du Temple, 1838/39

A propos Photos: Die obige Daguerrotypie ist wahrscheinlich die erste Darstellung eines Menschen auf einem Photo, eine Aufnahme des Boulevard du Temple in Paris. Louis Daguerre hatte mit seinem neuen Apparat eine Aufnahme der Straße gemacht, doch aufgrund der langen Belichtungszeit sind alle Menschen in Bewegung unsichtbar. Ein Mann, der sich anscheinend die Schuhe putzen ließ, blieb dagegen lange genug bewegungslos, dass er auf dem Bild zu sehen ist. Man findet ihn links vorne. Möglicherweise befindet sich noch eine weitere Person im Bildhintergrund.

Die Details sind deutlicher auf dieser colorierten Version des Bildes zu sehen, die ein wenig den Charme der Colorationen atmet, wie sie im 19. Jahrhundert gängig waren.

(via NPR)

Facettenauge mit Tau

Wunderbare Bilder hat der polnische Photograph Miroslaw Swietek eingefangen, in dem er sich in der Nacht auf die Suche nach Insekten gemacht hat, auf denen schon Tautropfen perlen. Geheimnisvolle, schöne Aufnahmen.

(via daringfireball.net)