Die Moskitos kommen doch nicht


Schon vor Jahren wurde gewarnt, dass durch den Klimawandel die Malaria eine neue Hochblüte erleben könnte. So schrieb die Rheinische Post 2006:

Die globale Klimaveränderung ist offenbar Schuld daran, dass die gefährliche Tropenkrankheit Malaria sich immer weiter ausbreitet. Bei immer wärmeren Temperaturen und größeren Niederschlagsmengen wächst die Mückenpopulation – und somit die Gefahr von Malaria-Übertragungen.

Ein ähnlicher Artikel fand sich erst vor kurzem in der Times. Allein, so einfach ist es nicht. Ein Team aus den Simon Hay, Peter Gething,David Smith, Anand Patil, Andrew Tatem und Robert Snow hat erhoben, dass die von Malaria betroffenen Gebiete der Welt in den letzten Jahrzehnten drastisch weniger geworden sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollen noch 58 Prozent der Landfläche von Malaria betroffen gewesen sein, 2007 nur mehr 30 Prozent. In seinem Artikel in der aktuellen Ausgabe von Nature schreibt das Forscherteam um Hay im Abstract:

First, widespread claims that rising mean temperatures have already led to increases in worldwide malaria morbidity and mortality are largely at odds with observed decreasing global trends in both its endemicity and geographic extent. Second, the proposed future effects of rising temperatures on endemicity are at least one order of magnitude smaller than changes observed since about 1900 and up to two orders of magnitude smaller than those that can be achieved by the effective scale-up of key control measures. Predictions of an intensification of malaria in a warmer world, based on extrapolated empirical relationships or biological mechanisms, must be set against a context of a century of warming that has seen marked global declines in the disease and a substantial weakening of the global correlation between malaria endemicity and climate.

Während Malaria auch im mittelalterlichen Europa eine gefürchtete Krankheit gewesen ist, haben viele Maßnahmen im Lauf der Zeit dazu geführt, dass die Verbreitung der Malaria zurückgegangen ist, wenngleich die Gefahr, die von der Krankheit ausgeht, unverändert hoch ist. Und wie immer auch die Temperaturentwicklung der nächsten Jahrzehnte aussieht: Sie ist nicht der entscheidende Faktor, wenn es um die Ausbreitung dieser Krankheit geht. So schnell kommen die Moskitos nicht, wenn wir es nicht zulassen.

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