Leo Maasburg entlastet: Wer sagt es den Medien?


Nun hat die Staatsanwaltschaft Wien das Verfahren gegen den Missio-Nationaldirektor P. Leo Maasburg eingestellt, das eine 45jährige Frau wegen sexueller Nötigung angestrengt hatte, wie die „Presse“ berichtet:

Die Einstellung erfolgt nach der vorliegenden Entscheidung der Staatsanwaltschaft Wien „nachdem die strafrechtliche Verfolgung aufgrund eingetretener Verjährung nicht mehr möglich ist und überdies der Tatbestand des § 202 StGB schon objektiv nicht erfüllt ist.“

Kurioser wird es bei dem Vorwurf der „Begünstigung“, den die Frau medienwirksam gegen Kardinal Schönborn erhoben hatte, und der natürlich durch den Blätterwald rauschte. Dieser wird natürlich nun mangels zu begünstigender Tat nicht weiterverfolgt; die Erzdiözese Wien weist aber auf folgendes hin:

Wie aus den Sachverhaltsdarstellungen der Frau selbst hervorgeht, hat sie in ihrem Gespräch im Jahr 1994 mit dem Kardinal diesem auch gar keine Straftat berichten können. Auch gibt sie selbst an, sie habe ihn damals um absolute Vertraulichkeit gebeten. Und in den folgenden 14 Jahren hat die Frau bei gelegentlichen Begegnungen mit Kardinal Schönborn weder Vorwürfe erhoben, noch Kritik an ihm geübt.

Auffällig ist wieder einmal, dass nach einem kursorischen Blick meinerseits weitaus weniger Medien über Maasburg’ Entlastung schreiben, als vorher die Beschuldigungen breitgewälzt haben. Die „Presse“, die den Vorwürfen besonders breiten Raum gegeben hatte und auch die Leserbriefseiten entsprechend gestaltete, hat wenigstens die Meldung der Nachrichtenagentur leicht verändert abgedruckt. Im Standard wird sie z.B. so mit anderen Meldungen so verquickt und verkürzt, dass erst recht etwas picken bleibt. Andere Medien halten sich überhaupt vornehm zurück.

Umgekehrt möchte ich aber meinen Hut vor der Erzdiözese Wien ziehen, die der beschuldigenden Frau weiter die Hand ausstreckt, obwohl sie Maasburg eines Deliktes mit bis zu zehn Jahren Gefängnisstrafe beschuldigte, also offensichtlich einen tiefen Haß gegen ihn und den ebenfalls von ihr beschuldigten Kardinal hegt, und sich eines christophoben Anwalts bedient, dem Verjährungsfristen bekannt sein dürften; ob eine fehlerhafte Rechtsberatung, eine mediale Strategie oder etwas anderes hinter seinen Verhalten steckt, kann und darf ich freilich nicht beurteilen.

In der zitierten Aussendung der Erzdiözese heißt weiter:

Gleichwohl nimmt Kardinal Christoph Schönborn den Vorwurf der Frau, in seelscher Not nicht ausreichend Hilfe erfahren zu haben, ernst. Es ist aber festzuhalten, dass die Kirche damals wie heute bemüht war und ist, der Frau zu helfen. So wurde ihr zwei Mal die Übernahme von Therapiekosten bewilligt – einmal als Soforthilfe durch die Klasnic-Kommission -, wobei damit kein Schuldausspruch über mögliche Täter verbunden ist.

Michael Prüller, der Pressesprecher von Kardinal Schönborn, dazu: „Die Kirche ist weiterhin bemüht, allen Betroffenen zu helfen, auch wenn ihre Ansprüche nach österreichischem Recht schon verjährt sein sollten oder eine Täterschaft nicht eindeutig feststeht. Aber die Werkzeuge der Kirche sind Hilfe und Prävention. Eine parallele Strafgerichtsbarkeit kann und will die Kirche nicht aufziehen. Daher begrüßen wir es, wenn die Opfer Strafanzeige bei den staatlichen Behörden erstatten, und unterstützen sie auch dabei. Es sollte dabei aber nicht zu medialer Vorverurteilung kommen.“

Ich weiß, wir Gläubigen sind für fromme Wünsche zuständig. Der letzte Satz ist aber wohl eindeutig ein sehr frommer Wunsch.

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