In das Land seiner Ruhe


Am Beginn der Fastenzeit habe ich nach langer Zeit wieder das Stundenbuch in die Hand genommen, und am Morgen zur Einleitung Psalm 94 (95) gebetet.

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, vor ihm jauchzen mit Liedern!
Denn der Herr ist ein großer Gott, ein großer König über allen Göttern.
In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge.
Sein ist das Meer, das er gemacht hat, das trockene Land, das seine Hände gebildet.
Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand geführt. Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!
Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch mein Tun gesehen.
Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; denn meine Wege kennen sie nicht.
Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe.

An der Oberfläche scheint der zweite Teil des Psalms hart, doch darunter schimmert großer Trost. So, wie vielleicht dem hedonistischen Menschen das Gebot der Fastenzeit hart erscheinen mag, doch sich darunter eine große Bereicherung verbirgt. Massa und Meriba, Versuchung und Verbitterung, sind nicht nur Orte des Auszugs der Israeliten aus Ägypten und ihrer Wanderung ins gelobte Land, sondern auch Orte unseres Lebens. Wir stellen den Herrn auch in unserem Leben gern auf die Probe, obwohl sein Tun doch offenbar ist. „Meine Wege kennen sie nicht“ – zweifellos. Und doch, wir kennen das Ende der Geschichte: Die Israeliten haben das gelobte Land erreicht; und durch Jesus Christus wurden die Tore ins Land seiner Ruhe weit aufgestoßen.

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