Jakobus, die Irrwege und wir


Das Stundengebet eignet sich auch dazu, einige weniger bekannte Texte aus der Bibel kennenzulernen oder zumindest zu reflektieren. So war am Freitag im Stundengebet eine Passage aus dem Brief des Jakobus zu lesen, nämlich Jak 5,16.19-20. Für den Kontext darf ich das Zitat etwas ausweiten:

Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen. Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten. Elija war ein Mensch wie wir; er betete inständig, es solle nicht regnen, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf der Erde. Und er betete wieder; da gab der Himmel Regen und die Erde brachte ihre Früchte hervor.

Meine Brüder, wenn einer bei euch von der Wahrheit abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann sollt ihr wissen: Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu. (Jak 5,13-20)

Jakobus ruft uns auf, alles mit Gott zu tun, und etwas mit Gott tun, das heißt: Beten. Sind wir ratlos, traurig, dann suchen wir Trost und Rat im Gebet. Sind wir voll Zuversicht und Freude, vergessen wir nicht, dem Quell aller Freude, Jesus Christus, zu danken. Wir legen unser Innerstes vor Gott, unsere Freude, unsere Trauer, unsere Fehler und Fehlschläge.

Aber er ruft uns auch zur Verantwortung für unsere Nächsten. Wenn einer unserer Freunde sich von Christus entfernt, dann haben wir den Auftrag, ihn zurück zu dem zu bringen, der von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Wir können uns nicht darauf zurückziehen, daß das ja alles Privatsache sei. So, wie wir einen Freund, der müde und abgespannt Auto fahren will, überzeugen wollen, es bleiben zu lassen, weil wir um sein Leben (und in diesem Beispiel auch das anderer) fürchten, so müssen wir auch jemanden überzeugen wollen, der sich auf Irrwege begibt, die sein Verderben sein können. Schlußendlich können wir ihm die Entscheidung nicht abnehmen. Aber wenn wir nicht einmal unsere Hilfe anbieten, das Gespräch suchen – dann ist es in gewisser Weise auch unsere Schuld, wenn unser Freund sich immer weiter verirrt. Umgekehrt: Wer ihn zur Umkehr bewegt, „der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu.“

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