Putin — wer sonst?


Der Sieg Wladimir Putins bei den russischen Präsidentschaftswahlen ist kaum überraschend. Zum einen hatte er den ganzen Staatsapparat zur Verfügung, um im Vorfeld Werbung für sich zu machen und mögliche Gegner ihm Vorfeld auszuschalten oder zu marginalisieren. Zum anderen sind die verbliebenen Gegenkandidaten ebenso keine Lichtgestalten.

Nach den vorläufigen Zahlen ist der Kommunist Gennadi Sjuganow zweitplatziert, der für eine Zeit steht, in der Rußland eine wesentlich autoritärere, intolerantere, grausamere Führung hatte als man es Putin je vorwerfen könnte. Drittplatziert ist Wladimir Schirinowski, ein Nationalchauvinist der übelsten Sorte.  Sergei Mironow ist ohnehin ein enger Freund Putins. Einzig Michail Prochorow hat einen unabhängigen, gemäßigten Anstrich, dafür keinerlei politische Erfahrung.

Hätte es andere Konkurrenten gegeben – wer weiß, welche Anstrengungen Putin zum Wahlsieg unternehmen hätte müssen. Doch die hat er entweder aus dem Weg geräumt, oder sie sind so sehr vom Wohlwollen des Kreml abhängig, daß sich eine Kandidatur von selbst verbietet. So gibt es zwar Vorwürfe des Ringelspiel-Wählens, doch grosso modo ist davon auszugehen, daß Putin diese Wahl ohne Fälschunge vielleicht nicht mit 63%, so sicherlich mit über 50% gewonnen hätte, worauf auch unabhängige Umfragen hindeuten.

Putin sollte allerdings bedenken: Das Niederhalten jeder moderaten Opposition kann bei steigendem Druck im russischen Kochtopf dazu führen, daß dann radikale Elemente ans Ruder kommen, das Land zu Grunde richten und dem dann demontierten ehemaligen Machthaber übel mitspielen. Siehe den sogenannten „Arabischen Frühling“.

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