Warum manche Länder nicht vom Fleck kommen


Warum entwickeln sich manche Länder viel besser als andere? Warum haben etwa in den Ländern Südostasiens schon Millionen Menschen den Weg aus der Armut zumindest zu bescheidenem Wohlstand gefunden, in den Ländern des Nahen Ostens aber nur dort, wo Öl sprudelt? Solche Fragen beschäftigen die Entwicklungsökonomie, Soziologie und andere Zweige der Wissenschaft schon seit Jahrzehnten.

Daron Acemoglu und James Robinson geben in ihrem neuesten Buch „Why Nations Fail: The Origins of Power, Prosperity and Poverty“ den Versuch einer Antwort. Nicht die Geographie oder ein allgemeines Konzept von Kultur, sondern Institutionen und ihre Geschichte sind für die beiden Ökonomen der Schlüssel für die Entwicklung. Allerdings können diese Institutionen nicht vom Schreibtisch aus technokratisch dekretiert werden, sondern müssen durch politische Arbeit erreicht und verankert werden. Um das zu illustrieren, spannen die beiden einen Bogen durch Jahrhunderte und Kontinente und verfolgen Aufstieg und Fall verschiedener Mächte.

Der bekannte kritische Entwicklungsökonom William Easterly faßt es in seiner Buchbesprechung im Wall Street Journal so zusammen:

Inclusive political institutions mean both a broad distribution of political power and limits to that power, such as democratic elections and written constitutions. Inclusive economic institutions encompass property rights, contract enforcement, ease of starting new companies, competitive markets, and freedom for citizens to enter the occupation and the industry of their choice. The billionaire telecommunications mogul Carlos Slim, we’re told, does not fall into this category. He is extractive, „a master at obtaining exclusive contracts,“ winning economic monopolies through political connections, but he enriches primarily himself, not Mexico. Bill Gates, by contrast, enriches both himself and the U.S. because he can make money only by creating products that are better or more popular than those produced by rivals.

Just as inclusive institutions feed on each other, so do their opposites: Extractive political institutions support the economic institutions that protect the interests of the elite against new entry from competitors. The wealth of the elite so created can make the hierarchical, authoritarian state even larger and more repressive, increasing elite wealth even more. This vicious cycle means that bad history persists into bad present outcomes. Messrs. Acemoglu and Robinson cite the political and economic lag of Eastern Europe and Russia when compared with Western Europe’s progress since the Industrial Revolution. The difference, the authors say, can be attributed to the East’s reliance on serfdom deep into the 19th century, long after workers in the West had won many rights.

Nebenbei erklärt das die Gefahr der Korruption, die extraktive Eliten befördert und wertschöpfende, „inklusive“Tätigkeiten behindert.

Zum Buch gibt es eine Website mit Weblog unter whynationsfail.com. Im Guardian hat sich Paul Collier ebenfalls einer Besprechung des Buches gewidmet, ebenfalls sehr interessant.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Warum manche Länder nicht vom Fleck kommen

  1. Pingback: Ein Schelm, wer über die Wiener Staatsanwaltschaft Böses denkt « Aus dem Hollerbusch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s