Syrien: Mutige Welt


In einer Welt voller Grautöne geben Schwarz/Weiß-Darstellungen Orientierung und Halt, und befördert für Medien in der Regel auch noch die Reichweite. Da können die Medien so richtig als Welterklärer auftreten. Umso interessanter, wenn sich die „Welt“ traut, im Falle Syriens darauf hinzuweisen, daß Oppositionsgruppen, vor allem diejenigen, die mit den bewaffneten Kämpfern in Zusammenhang stehen, Medien manipulieren wollen und selbst gehörig Dreck am Stecken haben:

Zumindest werfen vier Autobombenanschläge in Syrien innerhalb der vergangenen drei Monate Fragen über die Drahtzieher auf. „Sie tragen alle die Erkennungszeichen von al-Qaida“, sagt James Clapper, der Direktor des Nationalen Geheimdienstes der USA. Eine Beteiligung des islamistischen Terrornetzwerks an der Rebellion gegen Assad – das hört die syrische Opposition nicht gerne. Sie beschuldigen stattdessen das Regime, die Anschläge selbst inszeniert zu haben. […] Mit der Wahrheit nimmt es die Opposition dabei nicht so genau. […] So viel Material wie möglich vom Elend der Zivilbevölkerung an die Medien und so wenig wie möglich von den Kampfaktivitäten der Rebellen. „Manchmal muss man einige Nachrichten zurückhalten“, so [Rebell] Schakir.

Ein Teil dieser unterdrückten Nachrichten dringt langsam trotzdem durch. So klagt die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch in einem öffentlichen Brief die Opposition „ernsthafter und weit verbreiteter Menschenrechtsverletzungen“ an.

Die Rede ist von Folter, Entführung und Exekutionen, deren Opfer nicht nur Vertreter des Regimes, sondern auch Zivilisten seien. Vorwürfe, die so gar nicht zum positiven Image selbstloser „Freiheitskämpfer“ passen wollen, das nicht zuletzt Medien wie al-Dschasira bereitwillig kolportieren. […]

Mittlerweile hat sich der Kampf in Syrien ohnehin zu einem richtigen Stellvertreterkrieg ausgewachsen, mit iranischer und in gewissem Sinne auch russischer Hilfe für das Regime in Syrien und den Golfstaaten und der Türkei als Schutzherren verschiedener bewaffneter Anti-Assad-Milizen, mit einer Prise Al Kaida.

Die jüngste Ankündigung Obamas und Erdogans, die Milizen offiziell unterstützen zu wollen, wenn auch „nicht-militärisch“, läuft auf eine weitere Verlängerung des blutigen Konflikts hinaus, der wohl noch vielen Syrern das Leben kosten wird.

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