Der Papst in Kuba


Die Reise Papst Benedikt XVI. nach Kuba ist vielleicht eine seiner wichtigsten. Die Reise seinens Amtsvorgängers, des seligen Johannes Paul II. des Großen, hat in der karibischen Diktatur ein wenig die Fenster geöffnet, frische Luft hereingelassen, und bleibende Spuren in der kubanischen Gesellschaft hinterlassen.

Die Gläubigen Kubas leiden trotzdem immer noch unter Repressalien des offiziell atheistischen Regimes; diese Menschen soll die Reise des Heiligen Vaters bestärken. Gleichzeitig geht es aber auch darum, Perspektiven für ein freieres, inklusives Kuba aufzuzeigen, Perspektiven, die nicht mit Blut eröffnet werden sollen, wie es schon viel zu oft in der kubanischen Geschichte versucht wurde, sondern mit friedlichen Mitteln. Nicht umsonst hat der Papst in seiner Predigt während der Messe zum 400. Jahrestag der Wiederauffindung der barmherzigen Jungfrau von Cobre mit diesen Worten geschlossen:

Liebe Brüder und Schwestern, vor dem Blick der Barmherzigen Jungfrau von El Cobre möchte ich euch dazu aufrufen, eurem Glauben neue Kraft zu geben, damit ihr aus Christus und für Christus leben und mit den Waffen des Friedens, der Vergebung und des Verständnisses für den Aufbau einer offenen und erneuerten Gesellschaft, einer besseren, menschenwürdigeren Gesellschaft kämpfen könnt, die die Güte Gottes stärker widerspiegelt.

In seiner Predigt ist er sehr deutlich auf die konkreten Umstände der Kirche Kubas eingegangen, in der vieles im Verborgenen geschehen muss, damit es überhaupt geschehen kann. Und wenn Benedikt XVI. davon spricht, wie sehr Gott die menschliche Freiheit nicht nur respektiert, sondern geradezu zu benötigen scheint, so ist das natürlich auch ein Hinweis an die kubanische Führung. Gott kann die menschliche Freiheit respektieren – warum nicht ihr? Der kubanische Präsident Raúl Castro war übrigens entgegen den ursprünglichen Plänen zur Messe erschienen, an der immerhin eine Viertel Millionen Kubaner teilgenommen haben.

Die kubanische Führung sitzt längst nicht so fest im Sattel, wie oft scheint. Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, die politische noch prekärer. Auch in Kuba kann es zu blutigen Auseinandersetzungen wie in anderen Diktaturen kommen, spätestens nach dem Tode der Castro-Brüder. Der Kirche kommt in dieser Zeit, trotz aller Repression der Regierung, eine entscheidende Rolle zu, an einem positiven, friedlichen Wandel zu arbeiten. Die Reise des Papstes ist wohl ein Versuch, der Kirche vor Ort dabei zu helfen.

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