Stützenhofen: Bloß ein Symbol für die Konflikte der Erzdiözese Wien


Das katholische Nachrichtenportal kath.net schreibt nicht zu Unrecht von einer „Schlammschlacht in der Erzdiözese Wien“. Diese Schlammschlacht ist ausgerechnet in der Osteroktav, die eigentlich von der Freude über die Erlösungstat Christi und dem Osterfrieden geprägt werden sollte, eine reife Leistung. Besser gesagt: Unreife Leistung.

Der Pfarrgemeinderat, der seine Lebensführung nicht mit der Heiligen Schrift in Einklang bringen kann, ist ja nur der Kristallisationspunkt. Ich bezweifle, daß er diese Aufregung vorhergesehen oder angestrebt hat oder ihm überhaupt bewußt war, in welchem Widerspruch er zur Lehre und Praxis etwa der frühen Kirche steht. Vielmehr hat sich ja in der pastoralen Praxis vieler Gemeinden ein „anything goes“ eingeschlichen, das aus dem Ärgernis des Kreuzes ein Kuscheltier gemacht hat, daß viele unschuldig mit dem Evangelium verwechseln, weil es ihnen so beigebracht wird.

Was in diesem Konflikt zusammenkommt, ist die Harmoniebedürftigkeit der Diözesanführung, die beispielsweise Helmut Schüller immer noch in der Diözesanzeitung schreiben läßt, obwohl er mittlerweile sogar den Glauben an die Auferstehung abgelegt hat; der Gehorsam eines Pfarrers, der vielleicht nicht immer ein Vorbild war, der aber jetzt von Boulevard und Diözesanführung existentiell bedroht wird, weil er gemäß seinen Anweisungen gehandelt hat; eine Gemeinschaft von Menschen, die ihren eigenen Willen für Gottes Willen ausgeben wollen, und dafür aus welchen Gründen auch immer die Kirche als Vehikel brauchen.

Anhand von Stützenhofen wird nur symbolisch abgearbeitet, was die Erzdiözese Wien seit Jahren beschäftigt und zerreißt. Es ist nicht ganz so deutlich wie in der Diözese Linz, aber nichtsdestotrotz eine gefährliche Entwicklung, die die gegenwärtige Entchristlichung Österreichs beschleunigt.

Als kleine Schlußbemerkung fällt mir auf, daß medial ständig vom „schwulen Pfarrgemeinderat“ die Rede war, so, als ob aus christlicher Sicht Menschen über ihre sexuellen Neigungen definiert würden. Das ist bekanntlich mitnichten so. Die Einteilung und Abtrennung der Menschen nach ihren sexuellen Neigungen ist eine Mode der letzten Jahrzehnte, die den Menschen in seiner Gesamtheit außer Acht läßt und künstlich auseinanderdividieren will. Tatsächlich sind  die Handlungen und Taten eines Menschen wesentlich bedeutsamer als seiner Disponierungen.

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