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Salonfähig diskriminieren in Großbritannien

Wie salonfähig Diskriminierungen gegen Juden in manchen „progressiven“ Kreisen geworden ist, zeigt dieser Kommentar im „Guardian“, in dem es u.a. heißt:

An NHS conference on conflict resolution for managers and union representatives has turned into a sobering lesson in how conflicts are decidedly not resolved. The guest lecturer at the conference, organised by the Manchester Mental Health and Social Care Trust, was to be Moty Cristal. an expert in negotiation theory and mediation. But under pressure from one of the participating unions, Unison, his invitation was unceremoniously withdrawn. The reason? He is an Israeli.

Ironischerweise behauptet nämliche Unison, eine britische Beamtengewerkschaft, daß die Bekämpfung jeder Diskriminierung das Herzstück ihrer Politik ausmache. Wer jetzt übrigens einwendet, es gehe ja nicht um Juden, sondern Israelis, entgegne ich zweierlei: Eine sachlich nicht zwingende Diskriminierung wegen der Staatsangehörigkeit ist ebenso verwerflich; und israelische Araber sind vom Boykott nicht umfaßt. Der oben geschilderte Fall ist nicht der einzige:

This is not the first time a supposedly political boycott has seamlessly morphed into bigotry and prejudice. When two Israeli academics were “unappointed” from the editorial boards of journals at Manchester University, – again purely on the grounds of their citizenship – one of them, Gideon Toury, observed wryly: “I was appointed as a scholar and unappointed as an Israeli.”

In Großbritannien ist diese intellektuelle Engführung, die Beschneidung der Freiheit von Wissenschaft und Forschung und Kollektivdiskriminierung zumindest in „progressiven“ Kreisen bereits weitgehend akzeptiert, und wer sich dagegen ausspricht, wolle nach Interpretation besagter Kreise die Andersdenkenden einschüchtern, während die Diskriminierung selbst freilich keine Einschüchterung sei, sondern mutiges Aufstehen. So argumentierte etwa die britische Professorin Mona Baker, die für die erwähnte Kündigung von Toury und Shlesinger verantwortlich war.

So viel Zynismus, Bigotterie und unverhohlener Illiberalismus macht sprachlos. Und traurig.

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