Ein Batzen Blog


Es gibt seit 2010 ein Schweizer Ökonomenblog mit dem klingenden Namen Batz, aber ich habe es erst eben dank des empfehlenswerten Pixelökonomen entdeckt. Da soll der alte Ausdruck „Batzen“ mitschwingen, eine Münze, die jahrhundertelang in Bern geprägt worden war, und so schreiben die Betreiber:

Der Batzen ist eine bescheidene Münze, anders als die edlen Gulden oder Taler. Die Seite batz.ch sei drum ein Batzenhäuslein (ein geringes Wirtshaus, wo man nur einen Batzen verzehrt). Die Leser sind eingeladen, auf einen Batzen bei uns zu bleiben und einen Bissen oder zwei zu naschen.

Das erinnert mich wiederum an ein Wirtshaus im Salzkammergut, das Batzenhäusl, wo man aber mehr als nur einen Batzen liegenlassen kann.

Jedenfalls findet man dort u.a. ein treffendes Schulden-Einmaleins für die Eurozone, mit dem schönen Satz:

Man wird ja wohl noch für den Staatsbankrott stimmen dürfen!? Gewiss, nur hätte ich dann wohl nicht noch den culot, die Finanzmärkte und die Deutschen anzuschwärzen, wenn sie die Botschaft verstehen und nichts mehr geben.

Oder auch die Präsentation einer Studie über die höhere gefühlte und von politischen Akteuren monierte Ungleichheit, obwohl sich die reale Ungleichheit der Einkommens kaum geändert hat. Unter dem schönen Titel „Ghettos mit Seesicht“ stellt Marius Brülhart fest, daß sich die wohlhabendsten Schweizer in immer weniger Orten konzentrieren. Die verschiedenen sozioökonomischen Schichten vermischen sich weniger, sondern bleiben immer mehr unter sich – was zur Entfremdung und Neiddebatten führen kann. In etwas anderer Weise ist dieses Phänomen auch in den USA bekannt, wo Charles Murray über das Auseinanderdriften von US-amerikanischer „Ober-“ und  „Unterschicht“ sein Buch „Coming Apart“ geschrieben hat. Dort konzentriert sich die tendentiell linksliberale, akademische Oberschicht in gewissen Städten und Distrikten, und ist von der Unterschicht nicht bloß ökonomisch, sondern auch in den Grundwerten und Lebenseinstellungen getrennt. Eine Entwicklung, die sich auch bei uns langsam bemerkbar macht.

Und so finden sich in den Dutzenden Einträgen etliche weitere interessante und lesenswerte Fundstücke. Dieses Blog wandert gleich einmal in meinen RSS-Feed.

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