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Jack White, Ökonom

Jack White III, wie er sich gerne nennt, ist ein durchaus erfolgreicher Musiker und Komponist, der auch ein eigenes Plattenlabel betreibt. Sein letztes Album „Blunderbuss“ war nicht nur in seinem Heimatland USA, sondern in vielen Ländern der Erde ein großer Erfolg. Daher ist es kein Wunder, daß Sammler und große Fans gerne Sonderausgaben seiner Alben, oder auch anderer Alben seines Plattenlabels Third Man Records, ihr eigen nennen würden. Und nun kommt die kleine Überraschung, über die Forbes in einem launigen Artikel berichtet: Jack White ist auch ein passabler Alltags-Ökonom. Während normale Sammleralben nach kurzer Zeit dank spezialisierter Händler zu viel höheren Preisen als dem ursprünglichen Ausgabepreis auf EBay gehandelt werden, will White diese Mittelsmänner ausschalten und versteigert diese Sondereditionen gleich selbst. Damit, so begründet er, würden die Künstler mehr vom endgültigen Preis erhalten, und nicht mehr die Händler, die die limitierte Edition zum günstigen Ausgabepreis erwerben und sofort weiterverscherbeln.

Wenig überraschend ist die Fanreaktion: Die Ausschaltung der Mittelsmänner wird nicht begrüßt, sondern beklagt. Denn für einige Fans, die nie vorhatten, die Sonderedition wieder zu verkaufen, bedeutet die Auktion wahrscheinlich eine Preissteigerung. Umgekehrt können zwar andere Kunden, die zahlungsbereiter sind, aber über weniger Zeit zum Suchen verfügen, durch die Verlagerung zur Online-Auktion eher eine solche Platte ersteigern (ja, es geht auch um Vinyl-Sammlereditionen); aber wer weiß schon, ob er zu dieser Gruppe gehören wird? Die wird also nicht sehr lautstark sein.

Schließlich geht es auch um eine Statusfrage. In vielen Fanzirkeln ist das Geldverdienen mit Musik als Kommerzialisierung ein schlimmes Schimpfwort, ohne daß der Widerspruch zu millionenschweren Stars  ins Gewicht fiele, deren Fan man gleichzeitig ist. Bestimmte Musikrichtungen werden mit dem Gefühl der Rebellion, des Andersseins, verknüpft, selbst wenn sie tatsächlich im Mainstream angekommen sind und diejenigen, die Rebellion zelebrieren wollen, selbst das Establishment stellen. Es geht hier um Signalling, und das Signal, das White hier aussendet, identifiziert ihn nicht mit dem, womit ihn seine Fans gerne identifizieren wollen. Man könnte es auch so ausdrücken: Sein Problem ist, daß er zu seinen Fans zu ehrlich ist.

(via Greg Mankiw)

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