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Gute Presse, freie Presse, keines von beiden?

Auf diesem Blog geht es gerne und oft medienkritisch zu. Umgekehrt ist es aber keine Frage, daß die sinkende Qualität des Journalismus ganz handfeste Ursachen hat. Die alten Geschäftsmodelle des Journalismus sind passé, und die informationstechnologische Revolution hat auch das Angebot an angehenden Journalisten massiv erhöht, wie in diesem „Standard“-Bericht über das „Prekariat im Journalismus“ zu lesen ist:

Das Überangebot an Redakteuren führe zum Preisdumping, was Verlegern in die Hände spiele. Auf eine freie Stelle würden derzeit sieben Bewerber kommen. „Einer macht es immer billiger“, sagt Bauer und erzählt von einem Studenten, der einer Zeitung sogar etwas zahlen wollte, um einen Artikel publizieren zu dürfen. Journalismus sei ein intellektueller Beruf. Das Problem dabei: „Intellektuelle sind unsolidarisch.“

Nun, Andreas Sator hat sich auf zurpolitk.com zur Frage seine Gedanken gemacht, wer denn guten Journalismus bezahlen soll, und plädiert für eine Ausweitung der Presseförderung. Joachim Losehand kontert auf zib21.com, daß eine staatliche Presseförderung nichts anderes als staatliche Einflußnahme auf die Presse bedeute. Das ist jetzt stark verkürzt; die Argumentationen der beiden verlinkten Artikel sind ausführlicher und alleine schon deshalb interessant,weil sie häufig in der Diskussion um den Journalismus herumschwirrende Thesen zusammenfassen.

Als kleine Schlußbemerkung: Die so erfolgreichen Gratisblätter zeigen meiner Meinung nach gut, daß Zeitunglesen in vielen Fällen nicht unbedingt der Information, sondern der Unterhaltung dient. Sie sind auch wichtige Stichwortgeber für Unterhaltungen. Dieser Unterhaltungsfaktor kollidiert ein wenig mit dem Selbstbild des Journalisten,  ist aber für eine Erklärung der Medienentwicklung nicht unerheblich.

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