Libor: Es war eigentlich ganz einfach


Angesichts der Affäre um die Manipulationen beim Interbanken-Zins des LIBOR stellt sich einem unbedarften Leser wie mir natürlich die Frage, ob das denn so einfach geht? Und siehe da, die Antwort ist: Es geht so einfach.

Das umfangreiche Tableau an LIBOR-Zinssätzen, gestaffelt nach Währungen und Schuldzeitraum, wird als Mittelwert der von den Banken übermittelten Zinssätze berechnet, wobei jeweils das obere und untere Viertel der Meldungen gestrichen wird. Damit soll verhindert werden, daß Ausreißer den LIBOR beeinflussen.

So werden etwa für den Drei-Monats-Satz für US-Dollar die Werte von 16 Banken herangezogen, und acht davon als „Ausreißer“ gestrichen, die niedrigsten vier und die höchsten vier. Aus den verbliebenen acht wird dann der Satz berechnet. Bloomberg berichtet, daß einige Banken nun bewußt zu hohe oder zu niedrige Werte gemeldet haben, so daß ihre Meldung als Ausreißer qualifiziert würde,  und damit ein anderer Wert, der sonst gestrichen worden wäre, noch in die Berechnung einfließen könnte. Ganz ohne Verschwörung kann man so selbst durch bewußte Falschmeldung den ermittelten Satz geringfügig manipulieren, was bei den Milliarden, die nach LIBOR verzinst werden, durchaus ein nettes Körberlgeld ergibt. Und genau das haben etwa Mitarbeiter von Barclay’s getan.

(über Batz, wo noch mehr interessante Links dazu zu finden sind)

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