Friedensnobelpreis: Eine gute Entscheidung


Die Entscheidung des Norwegischen Nobelkommitees unter der Leitung des früheren Generalsekretärs des Europarats Thorbjørn Jagland, die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichen, ist eine glückliche. Immerhin hatte das Kommittee unter 231 Vorschlägen zu wählen.

Doch sie entspricht ganz dem Geist von Alfred Nobels Testament, in dem er diesen Preis für Personen bestimmt hat, die viel zur Verbrüderung der Völker, der Reduzierung stehender Heere und der Abhaltung und Ausbreitung von Friedenskongressen beigetragen haben.

Denn die Europäischen Gemeinschaften und schließlich die aus ihnen hervorgegangene Europäische Union haben wesentlichen Anteil am erfolgreichen friedlichen Zusammenleben in Europa, an der langen Friedensperiode, die Teile Europas erleben durften, und jüngst wurde in Rumänien demonstriert, wie wichtig die EU beim Erhalt einer rechtstaatlichen und demokratischen Ordnung sein kann. Die Bekanntgabe des Friedensnobelpreises nimmt ausdrücklich auf die deutsch-französische Partnerschaft, die Stärkung der Demokratie in Spanien, Portugal und Griechenland, die Osterweiterung und die Stabilisierung des Balkans bezug.

In Zeiten der Eurokrise tut es gut, an diese Friedensmission der EU zu erinnern. Der höhere Zweck der EU ist die Sicherung eines friedlichen Europas; nicht etwa die Schaffung zentraler Bürokratien oder die Stiftung einer europäischen Identität. Wenn es keinen europäischen Bundesstaat, keinen europäischen Bürger geben sollte, wenn der Euro scheitern sollte – dann ist deswegen das Projekt Europa keineswegs gescheitert.

Es kann sogar das Gegenteil der Fall sein. Denn die Eurokrise hat ja die Ressentiments zwischen den Ländern erhöht statt beseitigt, wie man beim Besuch Angela Merkels in Griechenland bemerken konnte.

Vielleicht tut also dieser Nobelpreis als Erinnerung ganz gut. An diejenigen, die lieber heute als morgen ein Ende der EU sehen würden, damit sie Frieden und Freiheit, die uns die europäische Einigung vergrößert und gesichert hat, nicht vergessen. An diejenigen, die an paternalistische Zentralbürokratien glauben und vom Ende der bisherigen Staatengebilde träumen, damit sie nicht vergessen, dass ein Europa des Friedens nur ein Europa der in Freiheit und freiwillig zusammenlebenden Menschen sein kann.

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Ein Gedanke zu “Friedensnobelpreis: Eine gute Entscheidung

  1. Die EU ist das größte und bedeutendste Friedensprojekt der Geschichte. Selbstverständlich gehört sie gewürdigt, auch wenn sie Probleme hat. Der Europagedanke kann ja nichts dafür.

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