Mehr Parteipolitik in die Schule! — sagt Claudia Schmied


Nun will also Bildungsministerin Claudia Schmied eine allgemeine Wahl zur Bundesschülervertretung einführen, von der die Interessen die Schüler an AHS-Oberstufen, berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und Berufsschulen vertreten werden. Das klingt nicht nur im ersten Moment nach dem Ruf der Neuen Linken nach der „Durchflutung der Gesellschaft mit Demokratie“. Doch es ist im Grunde ein einfaches politisches Kalkül.

Denn die SPÖ-Schülerorganisation AKS hat in den letzten Jahren bei den Schülervertretungswahlen kaum reüssiert. Nun könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Parteipolitische Werbung an den Schulen unter dem Deckmantel einer Schülervertretungswahl durchführen, und die Bedeutung der eigenen Schülerorganisation heben.

Dabei schwebt Schmied eventuell eine Entwicklung wie in der Österreichischen Hochschülerschaft vor. Diese wird ja seit Jahren von linken Gruppen dominiert, die mit Hilfe der Pflichtbeiträge zur ÖH politische Agitation betreiben. Die Wähler allerdings vertreiben sie: Die Wahlbeteiligung bei den ÖH-Wahlen liegt niedrig, zuletzt bei etwa 28,5%.

Die jetzige Schülervertretung ist im Gegensatz dazu nach dem Räteprinzip organisiert. Das hält Parteipolitik aus der Wahl der Schulsprecher an den einzelnen Schulen heraus. Es sorgt aber umgekehrt dafür, daß sich aus diesen Schülervertretern die Landes- und Bundesvertretung rekrutiert. Nur, wer auch an seiner Schule die überzeugen konnte, die ihn wirklich kennen, der kann auch höhere Aufgaben übernehmen.

Dieses System will Schmied durch eine allgemeine Wahl notwendigerweise quasi unbekannter Kandidaten ersetzen. Eine Wahl für ein Gremium, das so ressourcenschwach ist, das kaum ein Schüler von seiner Arbeit etwas mitbekommen wird, wie erfolgreich sie auch sein mag. Wie solche Wahlen aussehen, kann man sich leicht ausmalen. Noch dazu will Schmied auch die 10- bis 14jährigen einbeziehen. Angesichts der rasanten Entwicklung, die Kinder und Jugendliche als Teenager durchmachen, ist es geradezu grotesk, sie alle als Zielgruppe und Wahlvolk für eine Schülervertretung zu betrachten.

Eine kleine Verbesserung schlägt der im Presse-Artikel der Obmann der Schülerunion vor: Das Ministerium solle doch endlich der Bundesschülervertretung erlauben, Inhalte auf die eigene Homepage zu stellen. Bislang läuft das über das Ministerium, weswegen die Seite hoffnungslos veraltet ist. Aber so wichtig scheint die Schülervertretung der Ministerin eben auch gar nicht zu sein.

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3 Gedanken zu “Mehr Parteipolitik in die Schule! — sagt Claudia Schmied

  1. Na hervorragend, in diesem Fall werden anhänger nicht-linker Schulparteien also schon im Teenager-Alter von der Linken beschimpft und diffamiert….sieht nach einer Strategie aus, wie sich die Linke spätere Wähler sichern will – man schaltet einfach alle nicht linken als „rechte“ durch mobbing aus (und das WIRD es geben, wenn man die heutigen Parteien auf Schulen umlegt und sich jemand zB zur FPÖ oder ÖVP bekennt). So werden Kinder und Teenager also von klein auf schon zu „guten Linken“ erzogen, weil sie sonst „uncool“ sind…..bin ich der einzige, der hierbei an das Erziehungssystem in kommunistischen Staaten wie Nordkorea oder an den Kinderfang der Nazis durch die HJ denken muss?

    • …des selben Geistes Kind ist ja auch die ständige Forderung der Linken, das Wahlrecht ab 16 einzuführen……16-jährige lassen sich einfach leichter manipulieren….und ich weiß aus erfahrung wie gerne schüler zu einer Demo gehen, wenn sie dafür nicht in die Schule müssen – so werden sie nämlich angelockt und dazu gebracht, zu demonstrieren ohne zu wissen wogegen die demo eigentlich geht – und so geraten sie immer tiefer in diverse kreise….gib ihnen einen schulfreien tag und sie werden dich wählen….wenn das wirklich durchgesetzt wird, kommen dunkle tage auf unsere demokratie zu.

  2. Danke für den Kommentar. Das Ziel ist natürlich die Ideologisierung, die Vereinnahmung der Schüler, die ja noch leichter beeinflußbar sind. Wäre es die Mitsprache, könnte Schmied ja schon jetzt auf die Schülervertreter zugehen, was sie freilich nicht macht.

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