Graz, Stalin und der Mieterschutz


Die Wahlen in Graz haben bekanntlich der Kommunistischen Partei ein glänzendes Ergebnis von knapp 20% der Stimmen beschert. Und die heimischen Medien brachten Berichte, wie die Spitzenkandidatin Elke Kahr „wirklich ticke“ und daß die KPÖ ja das Thema Wohnen eben so gut besetze. Daß die KPÖ eine Partei ist, die immer noch die Ideologie und die Taten verbrecherischer Regime stützt, deren Greueltaten für jede Rechtfertigung zu monströs sind, wird negiert. Christian Ortner hat das pointierter formuliert als ich das je könnte:

Es ist keine besondere Innovation, wenn die Anhänger verbrecherischer Ideologien vorhandene soziale Missstände nutzen, um sich eine politische Basis zu schaffen. Davon freilich werden die verbrecherischen Ideologien ja nicht weniger verbrecherisch.

[…]  Dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus bis heute vom Staat wachgehalten wird, ist vernünftig. Das Grazer Wahlergebnis aber kann man auch als Hinweis darauf deuten, wie dringend notwendig es wäre, die Verbrechen des Kommunismus nicht einfach dem großen Vergessen anheimfallen zu lassen. Sonst glauben die kommenden Generationen, Stalin wäre ein Pionier des Mieterschutzes gewesen.

Freilich, es besteht keine Gefahr, daß die Verbrechen des Kommunismus in Österreich präsent gehalten werden. Wer kennt die Killing Fields? Den Holodomor? Wer liest heute noch Archipel Gulag? Selbst der Eiserne Vorhang schwindet aus dem Bewußtsein. Eine verschwindend kleine Zahl von Österreichern, sicher kleiner als die Zahl der Grazer KPÖ-Wähler, ist sich über die Greuel des Kommunismus im Klaren. Von „Nie wieder!“ keine Rede.

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6 Gedanken zu “Graz, Stalin und der Mieterschutz

  1. Stimme voll und ganz zu, Aufklärung in alle Richtungen MUSS betrieben werden. Über ALLE verbrecherischen Regimes muss zu erfahren sein. Wenn sich alle nur auf die Rechten einschießen, bekommen die Linken ganz natürlich mehr zuspruch – und die linken darf man ja nicht kritisieren. In einem Weblog, das ich kürzlich gefunden habe, wird sogar jeder, der Che als Mörder bezeichnet (was er ja war) als „Geschichtsfälscher“ bezeichnet. Entschuldigung aber ich verstehe einfach nicht den Unterschied zwischen einem Holocausleugner und einem Leugner der Verbrechen des Kommunismus. Wieso muss da immer so eine Grenze gezogen werden? Natürlich, 6 Millionen Juden und nochmal so viele andere unschuldige Menschen wurden von den Nazis ermordet und es ist richtig und wichtig, dass unsere Jugend davon erfährt und das nie vergisst. Dennoch – wieso werden die 150 Millionen Opfer des Kommunismus so vehement totgeschwiegen? Wieso spricht keiner von den 3 Millionen Kasachen, die der Kommunist Stalin innerhalb von 3 Jahren systematisch verhungern ließ? Oder von den unzähligen Ukrainern und Polen die in der Sowjetunion ermordet wurden – warum?? Weil sie Ukrainer bzw Polen sind! Es GAB SEHR WOHL rassistisch motivierte ethnische Säuberungen in der angeblich ach so antinationalistischen, toleranten kommunistischen Welt. (Siehe Timothy Snyder: „Bloodlands – Europe between Hitler and Stalin“). Wieso spricht keiner von den Konzentrationslagern (und JA, sie standen den Konzentrationslagern von Hitler in NICHTS nach) in Nordkorea? Wieso wird das alles verschwiegen und jeder, der darüber spricht aufs übelste beschimpft?
    Wer etwas verschweigt lügt genauso wie jemand der die Unwahrheit sagt. Mehr Aufklärung muss her. Und vor allem müssen Menschen sich trauen, Aufklärung zu betreiben auch wenn sie von ein paar wahnsinnigen Linken dann der „Verharmlosung des Nationalsozialismus“ bezichtigt werden (obwohl sie den NS ja nie verharmlost haben sondern einfach auf die Verbrechen anderer auch hinweisen).
    Man muss den Anfängen wehren. Und zwar den Anfängen ALLER mörderischen Regimes. Dazu gehören rechtsextreme und faschistische Regimes genauso wie linksextreme oder radikal islamische (oder von sonst einer Religion motivierte) Regimes.
    WEHRET ALLEN ANFÄNGEN!

    (Mehr zum Thema findet der interessierte Leser auch in meinem Weblog „Andere Perspektiven“:
    http://truehistoryblog.wordpress.com. Ich hoff die kleine Eigenwerbung ist ok ;))

    • Das regt mich auch auf: Daß die Kritik an den einen Verbrechen gleich zur Verharmlosung der anderen Verbrechen umgedeutet wird, um sie mundtot zum machen. Freilich haben dazu auch etliche Apologeten des NS-Regimes beigetragen, die durch das sinnlose Aufrechnen von Untaten die Herrschaft Hitlers verharmlosen wollen.

      • natürlich das stimmt schon. aber ich denke es ist für normal denkende menschen einfach zu unterscheiden, wer das motiv hat, etwas zu verharmlosen und wer tatsächlich unrecht aufdecken will. dass die linke sich so effizient hinter ein paar tatsächlichen holocaustleugnern verstecken kann und behaupten kann, dass alle, die sie kritisieren automatisch die verbrechen der nazis verharmlosen ist erschreckend…

  2. Apropo „Pionier des Mieterschutzes“. Wissen Sie, wer den Mieterschutz in Österreich eingeführt hat? Kaiser Karl I. Und zwar nicht seine Regierung sondern er selbst durch eine kaiserliche Verfügung.

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