Szenen einer britisch-russischen Beziehung


Es ist ungewöhnlich, wenn die Botschaft einer Großmacht so lang und ausführlich auf Zeitungsberichte reagiert, wie es die russische Botschaft im Vereinigten Königreich getan hat. Und, das muß man ihnen lassen, mit der richtigen Mischung aus dem Eingeständnis eigener Unzulänglichkeiten und Angriffen auf die Gegenseite. Die ist in diesem Fall der linksliberale Guardian, der aus einem Empfang einer russisch-britischen Freundschaftsgesellschaft einen Skandal der Konservativen konstruieren will. Das ist natürlich auch insofern ironisch, als im Kalten Krieg viele, sagen wir einmal: Guardian-affine Personen mehr oder weniger mit der Sowjetunion kollaboriert haben. Der russische Staatsender „Voice of Russia“ hat dem Guardian eine Geschichte für das „anti-russische Medium der Woche“ gewidmet und hält den Journalisten für einen paranoiden Verschwörungstheoretiker, der sein Wissen aus Agentenromanen habe.

Wie die russische Botschaft ihre Presseaussendung bis zum Krimkrieg zurückreichen lässt und der britischen Presse eine indirekte Mitschuld am 1. Weltkrieg umhängt, ist jedenfalls großes Kino. Oder so ähnlich. Jedenfalls sehr interessant.

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