Ambrosius von Mailand


Am 7. Dezember ist der Gedenktag für Ambrosius von Mailand (339-397), den großen Beter, Prediger, Helfer der Armen, einer der vier großen lateinischen Kirchenväter. Dieses Datum ist nicht sein Sterbetag, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern der Tag seiner Bischofsweihe, die seinem Leben eine entscheidende Wende gab.

Denn der aus Trier stammende Ambrosius hatte in der römischen Verwaltung eine glänzende Karriere hingelegt. Mit etwa 33 Jahren wurde er Präfekt der Provinz Aemilia-Liguria mit Sitz in Mailand und erwarb sich dort offensichtlich einen glänzenden Ruf.

Dort faßte er auch den Entschluß, sich taufen zu lassen, und wurde daher Katechumene. Noch vor seiner Taufe starb allerdings der amtierende Bischof Auxentius, und verschiedene Fraktionen prallten nun bei der Entscheidung über die Nachfolge zusammen. Ambrosius hielt eine Rede, um die Lage zu beruhigen – und prompt wurden Rufe laut, er solle doch Bischof werden. Ambrosius lehnte ab, er sei ja schließlich noch nicht einmal getauft. Doch am kaiserlichen Hof sah man den Wunsch der Bevölkerung, Ambrosius zum Bischof zu wählen, ebenfalls sehr positiv, und diesem doppelten Druck von oben und unten gab er schließlich nach. So wurde er binnen weniger Tage getauft, zum Diakon geweiht, zum Priester und schließlich zum Bischof.

Ambrosius galt als fleißig, wortgewandt und mutig, scheute er doch auch die Auseinandersetzung mit dem Kaiser nicht. Seine Attribute – der Bienenkorb, das Buch und die Geißel – stehen für seine „honigsüße Rede“ oder seinen Fleiß, den gelehrten Mann und die Zurückdrängung des häretischen Arianismus.

Wenn er den Kaiser ob eines Massakers in Thessalonike zur Rede gestellt hat, oder sich, wie der heilige Martin von Tours, beim Priscillianer-Prozess des Magnus Maximus gegen die Einmischung des Staates in kirchliche Angelegenheiten stellte – und sich dabei als entschiedener Gegner eines „Ketzer-Prozesses“ erwies: In einer gewalttätigen Zeit verließ Ambrosius nicht der Mut, für Christus und seine Kirche das Wort zu ergreifen.

Dabei war er kein glänzender Rhetoriker nach den Regeln antiker Redekunst. So kritisierte Hieronymus seine Werke als schlechtes Latein. Doch Ambrosius’ Sprache war dafür klar, schlicht und leicht verständlich, und wurde dafür von der breiten Bevölkerung geschätzt. Es war vielleicht genau das, was den rhethorisch meisterhaften Augustinus so an der Rede des Ambrosius faszinierte.

Noch heute spielen in der Ambrosianischen Liturgie des Erzbistums Mailand Texte des Ambrosius eine wesentliche Rolle (auch wenn die Liturgie wohl nicht auf ihn zurückgeht), und einige seiner Hymnen werden gerne gesungen. In den nächsten Tagen werde ich auch Ausschnitte aus Texten des hl. Ambrosius posten.

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3 Gedanken zu “Ambrosius von Mailand

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