Wos waas i?


„Wos waas i?“ antwortet der Wiener gerne, wenn er keine Antwort weiß. Wenn ich es genau betrachte, ist es oft schmerzlich, wie wenig ich weiß, bei wievielen Bereichen das, was ich Wissen nenne, eigentlich Vertrauen auf andere ist. Wenn ich meinen dürftigen Bestand an Informationen über Flugzeugtechnik hervorhole, oder etwas über die Fidschiinseln wiedergebe, so beruht das jeweils auf Quellen, denen ich vertraue. Ich kann es selbst nur mit unverhältnismäßig großen Mühen nachprüfen. Wie der Fall um die Insel Sandy vor einigen Wochen wieder gezeigt hat, sind auch zig Referenzen im Internet und in Büchern kein Grund dafür, von der Existenz oder Wahrheit des Behaupteten auszugehen.

Die bekannte „Bielefeldverschwörung“ spielt mit dieser Unsicherheit. Sie deckt zwar keine Verschwörung, aber unseren eigenen lockeren Umgang mit dem Begriff „Wissen“ auf. Es gibt wohl Millionen Menschen, die aus eigener Anschauung Bielefeld kennen; doch noch viel mehr Millionen Menschen, deren „Wissen“ auf dem Vertrauen auf die Richtigkeit Aussagen anderer, gedruckter Atlanten etc. beruht.

Mir ist schon bewußt, daß nach meinen Informationen das alles nichts Neues ist. Unser Wissen ist auf Morast gebaut. Und doch: Wenn wir jedesmal alle Unwägbarkeiten berücksichtigen, wenn wir keiner Quelle Vertrauen schenken würden, so würden wir uns kaum von der Stelle bewegen können. Es schadet aber nichts, wenn man sich ab und zu klar ist, daß man viel weniger weiß, als man glaubt.

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