Kleine Alltagsszene


Kleine Alltagsszene im Supermarkt: Eine Frau telephoniert am Handy und redet so ziemlich ohne Unterlaß. Sie hört nicht auf, um ihren Einkauf aufs Förderband bei der Kassa zu legen, sondern bugsiert die Sachen irgendwie aus dem Einkaufssackerl heraus (und blockiert dabei den Nächsten). Sie hört nicht auf, als sie der Kassier begrüßt, sie würdigt ihn keines Blicks, und räumt dann die Sachen mit einer Hand wieder ein. Erst beim Zahlen legt sie ihr Handy kurz aus der Hand, um gleich darauf wieder weiterzureden.

Was hätte es gekostet, den Kassier kurz als anwesenden Menschen zu würdigen? Die „Mindesthöflichkeit“, die man einander entgegenbringt, hat schon ihren Sinn. Sie erleichtert den Umgang miteinander. Sie drückt auch eine Mindest-Wertschätzung füreinander aus.

Immer öfter sind Menschen dazu nach meiner Beobachtung offensichtlich nicht mehr bereit. Nach der alten Regel „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“, pflanzt sich diese Mißachtung der Mitmenschen fort, und macht das Zusammenleben wieder ein Stück ungemütlicher, unmenschlicher.

Da frage ich mich allgemein: Ist es denn wirklich so schwer?

Und dann frage ich mich speziell: Wie reagiert wohl die Käuferin, wenn sie auch nur so nebenbei abgehandelt wird?

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Ein Gedanke zu “Kleine Alltagsszene

  1. Nur eine Facette des umsichgreifenden Egoismus, der Rücksichtlosigkeit und der Ignoranz den Mitmenschen gegenüber. Auch sehr gut im Strassenverkehr zu beobachten.

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