Ein paar Notizen zu Müller und der „Pogrom-Debatte“


Der neue Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, sieht mit Sorge, daß die „künstlich erzeugte Wut“ auf die Kirche in Nordamerika und Europa gelegentlich auch an eine Pogromstimmung erinnere. Die folgende Aufregung, die von politischen Spitzen wie Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger oder der Grünen Claudia Roth angefacht wird, beweist zweierlei:

  1. Historische Bildung und sinnerfassendes Lesen sind bei den genannten politischen Spitzenvertretern und anderen unterentwickelte Fertigkeiten. Wer Pogrome zwangsläufig mit dem Holocaust verbindet, hat keine Ahnung über Bedeutung und Herkunft des Wortes. Wer den Unterschied zwischen entstehender Stimmung und tatsächlichen Handlungen nicht erkennt, sollte keine Belehrungen über falsche Wortwahlen erteilen.
  2. Die Reaktionen auf Müller beweisen, daß er anscheinend nicht ganz unrecht hatte. Einerseits, weil sich manche anscheinend ertappt fühlen, andererseits, weil sich im Gefolge besonderer Hass auf die Kirche im allgemeinen, Müller im besonderen in diversen Foren und Zeitungs-Leserkommentaren ergoß. Marke: Ein Pogromerl würde euch schon recht geschehen.
  3. Alois Glück vom ZdK ist tatsächlich der „eindimensionale Mensch“: Wie kann man selbst in diesem Zusammenhang plötzlich mit Fragen der Geburtenregelung daherkommen? Er hat offensichtlich keine Ahnung, was sich da zusammenbraut, weil es außerhalb seiner Wahrnehmungsmöglichkeiten liegt.

Josef Bordat hat in einem sehr lesenswerten Essay beleuchtet, warum  „es keine brennenden Kathedralen braucht, um besorgt zu sein“, und wie der Schritt von der Gruppenhaftung zur Schuldumkehr und schließlich zur Alleinschuld geht, die jede Handlung gegen den so Abgesonderten legitimiert.

Und auf „Braut des Lammes“ wird passend dazu gleich wieder auf eine entsprechende Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dem Titel „Wie gnadenlos ist der Konzern Kirche?“ hingewiesen, der von vornherein negative Stereotypen über die Kirche im allgemeinen evozieren will und eine positive Antwort bereits ausschließt. Wenn das das öffentlich-rechtliche Fernsehen für die Erfüllung des Objektivitätsgebots hält, kann man sich die zugehörige Grundstimmung schon ausmalen.

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