Danke, Papst Benedikt XVI.!


Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.

Als ich zuerst erfahren habe, daß Papst Benedikt XVI. zurückzutreten gedenkt, dachte ich an eine Zeitungsente. Denn schon so oft hatten Medien eine Aussage des Heiligen Vaters dermaßen entstellt wiedergegeben, daß sie mit dem Original nichts mehr zu tun hatte – wohl auch diesmal, so mein erster Gedanke. Doch wenig später erfolgte die offizielle Bestätigung, und es wurde Gewißheit: Mit 28. Februar, 20 Uhr Mitteleuropäischer Zeit endet das Pontifikat Papst Benedikt XVI.

Sein Pontifikat, noch mehr aber seine Person haben mich begeistert: Ein großer Denker, ein großer Lehrer, ein großer Beter, ein großer Liebender.

Seine Reden, Predigten, Ansprachen genauso wie seine Schriften sind präzise argumentiert, schöpfen aus einer gewaltigen philosophischen und theologischen Tradition, verbunden durch die aquinatische Harmonie aus fides und ratio, sind verständlich, klar, und getragen vom Vertrauen auf die Liebe Gottes. Nicht umsonst eröffnete er seine erste Enzyklika mit einem Zitat aus dem 1. Johannesbrief: „Deus caritas est“ –„Gott ist die Liebe“.

Manche Zeitungen schreiben nun gemäß der Agenturmeldung, sein Pontifikat sei von Krisen geprägt. Doch das kann man bei entsprechender Lesart von jedem Pontifikat und auch anderen wichtigen Ämtern sagen. Welcher US-Präsident, welcher deutsche Bundeskanzler hatte nicht jede Menge von Krisen zu meistern? Das ist eben eine Aufgabe einer Führungskraft. Doch Papst Benedikt XVI. hat eben nicht bloß Krisen „gemanagt“, eine Aufgabe, in der er im Laufe seiner Amtszeit sichtbar besser wurde, sondern Zeit gefunden, sowohl Mißstände zu beseitigen als auch die Kirche zu modernisieren und die Neuevangelisierung zu stärken, wozu auch seine Jesus-Bücher beitragen.

Wenn ich denke, was alles geschehen ist, vom YouCat über das neue news.va und bis zum Twitter-Auftritt, von der vollen Wiederanerkennung des usus antiquor („tridentinische Messe“) als außerordentliche, allen Gläubigen offen stehende Form des römischen Ritus bis zur durchgehenden Verbesserung der Übersetzung der liturgischen Bücher,  von der großen Geste des Hl. Vaters in Auschwitz zur Annäherung mit den getrennten Brüdern der Ostkirchen,  von der besonderen Zuwendung zu den bedrängten Christen im Nahen Osten, von denen sich unsere Politiker beschämt abwenden und deren Schicksal unsere Medien lieber verschweigen, bis zur Einführung strenger Normen bei Mißbrauchsfällen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

All das hat wohl an seinen Kräften gezehrt, und es stellte sich ihm wohl die Frage, ob er noch in der Lage wäre, tägliches (Krisen)Management und Arbeit an den grundlegenden Leitlinien zu bewältigen. Außerdem hat er viele Reformen auf den Weg gebracht und übergibt seinem Nachfolger eine gute Grundlage, „um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden“, wie Papst Benedikt XVI. in seiner Rücktrittsankündigung es formulierte.

Was bleibt mir? Ein großes, herzliches Dankeschön, und der Wunsch, daß Gott auch seinen weiteren Weg segensreich begleiten möge.

PS: Hier bietet Radio Vatikan eine Chronologie des Pontifikats.

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2 Gedanken zu “Danke, Papst Benedikt XVI.!

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