Warum Fasten sinnvoll ist


Mit dem Aschermittwoch tauchen wir nun also in die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern, die Quadragesima oder schlicht „Fastenzeit“ ein. Dieser heimische Namen ist gut, weil er das Fasten als prägendes Element hervorkehrt. Er ist schlecht, weil er ja im Umkehrschluß heißt, daß es keine andere Zeit des Fastens gibt, was so nicht richtigt ist.

Aber warum eigentlich fasten? Warum etwa auf Fleisch und Alkohol verzichten? Oder aufs Computerspielen, aufs Fernsehen?

Darauf gibt es viele Antworten, was sich auch darin zeigt, daß viele Menschen aus ganz verschiedenen Beweggründen Verzicht üben. So hat der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober vor einiger Zeit die Intiative eines „Fleisch-Frei-tags“ gestartet, die an den christlichen Brauch anknüpft, aber durch einen ökologischen Gedanken motiviert ist.

Aus meiner Sicht ergibt sich der Sinn des Fastens aus folgenden (keineswegs abschließenden) Gründen:

  • Der Verzicht ist eine Übung, mit der ich mich von Unwesentlichem frei machen kann und aufs Wesentliche konzentrieren. Natürlich geht einem das, worauf man verzichtet, zuerst einmal ab – man denke nur daran, wie es ist, wenn man mit dem Rauchen aufhört! Dann merkt man aber auch schnell, wie unabhängig man von dieser Gewohnheit wirklich war. Wenn man es aber dann hinter sich gelassen hat, so hat man die Zeit und die Gedanken, die man früher für das Unwesentliche aufgewandt hat, zur Verfügung, um neu anzufangen – angesichts des Neuanfangs, den Jesus zu Ostern geschenkt hat.
  • Der Mensch ist ein Sinnenwesen. Wenn ich etwas tue, so hilft es mir, es mit sichtbaren Zeichen zu unterstreichen. Daher ist Fasten eine Hilfe zur Vorbereitung auf Ostern, weil es den Gegensatz zwischen den österlichen Freuden des Himmels und der Welt sinnfällig macht, zwischen eigenem Versagen und göttlichem Erbarmen. Es ist auch ein Zeichen, daß ich ein fehlerhafter, sündhafter Mensch bin, der aber bereit ist, an sich mit Gottes Hilfe zu arbeiten – Buße zu tun.
  • Viele Vergnügungen dienen ja vor allem dazu, das Unangenehme zu verdecken. Es ist wohl einer der Gründe, warum das Böse heute von so vielen Menschen geleugnet wird, daß sie das Bewußtsein daran durch regelmäßige Flucht ins Vergnügen unterdrückt haben. Nun hat ein wenig Eskapismus durchaus seinen Sinn und läßt einen manche Schwierigkeit leichter ertragen. Doch es ist auch notwendig, sich ab und zu den Belastungen, den Schattenseiten, den Problemen zu stellen, um sie bewältigen zu können. Das Fasten gibt einem dazu die Gelegenheit.
  • Bevor man Freunde zu einem Fest zu Hause einlädt, muß man allerhand herrichten, Besorgungen erledigen, zusammenräumen usw.. Umso schöner kann so ein Fest werden, wenn man sich vorher gründlich Gedanken darüber gemacht und es gut vorbereitet hat. Vor dem Osterfest ist es ganz das gleiche.

Fasten ist also aus vielen Gründen sinnvoll — und wer die Fastenzeit bewußt mitlebt und einübt, wird das Ostergeheimnis mit anderen Augen sehen.

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