Zum Meteoriten von Tscheljabinsk


Der Meteoritenschauer bei Tscheljabinsk erinnert unweigerlich an Psalm 8:

Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, / Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, / des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Es wird wieder sichtbar, wie wir uns trotz aller technischen Raffinessen großen Kräften und Gewalten gegenüberstehen, die unvorhergesehen und, wie heute auf Ö1 Thomas Posch von der Universität Wien feststellte, unvorhersehbar auf uns zukommen.

Hunderte Menschen wurden verletzt; es bleibt zu hoffen, daß die meisten nur leichte Blessuren davongetragen haben. Am Ufer des Tschebarkul-Sees hat sich ein sechs Meter breiter Trichter vermutlich als Folge eines der vielen heruntergekommen Brocken gebildet. Offenbar ist der Meteorit in der Atmosphäre explodiert; die dabei entstandene Druckwelle und die herumfliegenden Brocken des geborstenen Himmelskörpers sind für die weitreichenden Schäden verantwortlich.

Dieses Ereignis wird an unserem Leben nicht allzu viel ändern – wie soll man auch angesichts eines extrem seltenen Risikos, gegen das man noch dazu ohnehin machtlos ist, sinnvoll reagieren? Hoffentlich wird es auch am Leben der meisten Menschen in Tscheljabinsk nicht allzuviel ändern, die Wunden heilen, der Schaden bewältigt werden. Es fordert aber zum Mitfühlen auf, regt zum Nachdenken an.

Ach ja: In Psalm 8 leitet das besinnliche Wort vom unbedeutenden Menschen in der Weite der Schöpfung ein Lob auf den Menschen ein:

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.

Diese Ambivalenz ist unser Leben; an sie erinnert auch der Meteorit von Tscheljabinsk.

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