Der Mensch – ein seltsames Wesen


“The simplest truth about man is that he is a very strange being; almost in the sense of being a stranger on the earth. In all sobriety, he has much more of the external appearance of one bringing alien habits from another land than of a mere growth of this one. He has an unfair advantage and an unfair disadvantage. He cannot sleep in his own skin; he cannot trust his own instincts. He is at once a creator moving miraculous hands and fingers and a kind of cripple. He is wrapped in artificial bandages called clothes; he is propped on artificial crutches called furniture. His mind has the same doubtful liberties and the same wild limitations. Alone among the animals, he is shaken with the beautiful madness called laughter; as if he had caught sight of some secret in the very shape of the universe hidden from the universe itself. Alone among the animals he feels the need of averting his thought from the root realities of his own bodily being; of hiding them as in the presence of some higher possibility which creates the mystery of shame.”
― G.K. Chesterton, The Everlasting Man

Deutsche Übersetzung:

Die einfachste Wahrheit über den Menschen ist, daß er ein sehr seltsames Wesen ist; fast in dem Sinne, daß er ein Fremder auf der Erde ist. In aller Nüchternheit hat er viel mehr vom äußeren Erscheinen jemandes an sich, der ausländische Bräuche aus einem anderen Land mitbringt als jemandes, der bloß in diesem aufgewachsen sei. Er hat einen unfairen Vorteil und einen unfairen Nachteil. Er kann nicht in seiner eigenen Haut schlafen; er kann seinen Instinkten nicht vertrauen. Er ist gleichzeitig ein Schöpfer, der auf wunderbare Weise Hände und Finger bewegt, und eine Art Krüppel. Er ist in künstliche Binden gewickelt, Kleider genannt; er ist auf künstlichen Krücken aufgestützt, Möbel genannt. Sein Verstand hat die gleichen zweifelhaften Freiheiten und die selben wilden Begrenzungen. Alleine unter den Tieren, wird er von der wunderbaren Verrücktheit geschüttelt, Lachen genannt; so, als hätte er irgendein Geheimnis genau in der Form des Universums, versteckt vom Universum selbst, erblickt. Allein unter den Tieren fühlt er die Notwendigkeit, seine Gedanken von den grundlegen Realitäten seines eigenen körperlichen Seins abzuwenden; sie zu verstecken wie in der Gegenwart einer höheren Möglichkeit, die das Geheimnis der Scham erzeugt.

Diese Passage steht in Zusammenhang mit einer Diskussion, ob denn der Mensch abseits der Biologie sinnvoll einfach als ein Tier beschrieben werden könne. Gilbert Keith Chestersons Antwort ist bis heute interessant.

Das ganze Buch über den „unsterblichen Menschen“ – eine Spurensuche Chestertons über die sprituelle Heimat des Menschen – gibt es hier in einer deutschen Übersetzung im Verlag Nova&Vetera, die um einige Texte Chestertons ergänzt wurde und sicher besser ist als meine eigene, die ich obenstehend verbrochen habe.

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