Was macht die Menschenrechte zu universalen Rechten?


Was macht die Menschenrechte zu universalen Rechten? Das ist eine gute und wichtige Frage, nicht zuletzt angesichts der Nichtbeachtung und Umdefinition der Menschenrechte, die vielerorts stattfindet. Sind sie nicht universal, sondern bloß Ausdruck zeitbedingter Befindlichkeiten, lohnt es sich kaum, für sie zu einzutreten. Es ist dann mehr eine Frage des Geschmacks. Sind Sie aber universal – wie können wir dann ihre Mißachtung so einfach hinnehmen?

Solche Fragen stellen sich allerdings Politiker eher selten; umso erfreulicher daher, daß der vatikanische „Außenminister“ Erzbischof Dominique Mamberti dieses Herzstück der Menschenrechtsdebatte im UN-Menschenrechtsrat thematisierte.

Mamberti bringt es auf den Punkt: Sind Menschenrechten frei definierbar und entstehen sie durch bloße Übereinkunft der Staaten? Oder fließen sie aus der Würde jedes Menschen? Und ist es wirklich sinnvoll, in immer neuen Resolution wortreich nicht nur die bestehenden Rechte zu verteidigen, sondern gleich noch neue zu kreieren – oder sollte nicht zuvorderst ein effektiver Schutz der grundlegenden Menschenrechte gewährleistet sein? Mamberti:

In fact, the number of resolutions is less important than their effectiveness, the imposition of new rights and principles should be replaced by respect for and strengthening of those already agreed upon. In this way, the common good will be sought, cooperation among nations will be reinforced, and the principle of subsidiarity will be fully respected.

Die Kirche ist fest überzeugt, daß die Menschenrechte in der „transzendenten Dimension der menschlichen Würde“, wie Mamberti sagt, wurzeln. Jedem Menschen erwachsen daraus unantastbare Rechte und unverrückbare Pflichten, die geschützt und erfüllt werden müssen. Ohne die Pflichten entarten die Rechte zum Egoismus, ohne die Rechte sind die Pflichten bloß ein drückendes Joch – und doch dürfen sie nicht konditional sein, will man die Menschen nicht doch wieder der Willkür der Machthabenden ausliefern.

Mamberti schließt mit einem Appell, einem schmerzhaften Appell, weil er angesichts der z.T. Godot-gleiche Qualität der Arbeit des UN-Menschenrechtsrats, in dem ja auch Länder wie China, Libyen, Republik Kongo oder Saudi-Arabien vertreten sind, bitter klingt:

[I]t would be useless to proclaim rights if at the same time we did not do everything in our power to ensure the duty of respecting them, on the part of everyone, everywhere and for everyone

Es wäre nutzlos, Rechte zu verkünden, wenn wir gleichzeitig nicht alles in unserer Macht stehende täten, um die Pflicht ihres Respektierung zu garantieren, seitens jedes einzelnen, überall und für jeden.

Die Rede Mambertis ist aufrüttelnd und lesenswert.

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