Wie würden die Medien auf einen außereuropäischer Papst reagieren?


In den Mainstream-Medien wird derzeit von den immer gleichen Personen die Zeit bis zum Konklave damit überbrückt, einen Quotenpapst herbeizurufen. Er solle ein Afrikaner sein – oder doch ein Lateinamerikaner – aber die sind nicht exotisch genug — vielleicht ein Ostasiat? Im Fall eines Afrikaners würden sich die ersten Schlagzeilen wenigstens schnell schreiben lassen: „Der Vatikan-Obama“.

Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn hat es in einem Fernsehinterview sinngemäß so gesagt: Die Wahl ist eine Persönlichkeitswahl, bei der es darum geht, denjenigen zu wählen, den Gott selbst für diese Position ausersehen hat.

Allein durch die demographische Verschiebung der Kirche gibt es freilich mehr Personen aus außereuropäischen Ländern als früher, die zurecht als „papabile“ gelten, eine Verschiebung, die sich in den nächsten Jahrzehnten immer stärker im Kardinalskollegium niederschlagen wird.

Wer aber glaubt, dieselben Personen, die einen außereuropäischen Papst herbeischreiben, würden diesen auch tatsächlich mit Respekt vor seinem kulturellen Hintergrund behandeln, der irrt, wie Mark Shea auf dem US-Religionsportal patheos.com darstellt.

Seine These: Die behauptete Multikulturalität und der propagierte „Relativismus“ seien nur Nebelgranaten, um die eigene, hedonistische Ideologie zu verbreiten. Sein Beispiel: Ein Wiederabdruck eines Artikels Mahatma Gandhis zur Empfängnisverhütung, in der sich dieser strikt gegen eine Trennung der schöpferischen Rolle der Sexualität von ihrer Praxis ausspricht.

Nicht einmal eine relativistische Erklärung wurde geduldet, die ja in den behaupteten Multikulturalismus gepaßt hätte; stattdessen wurde Gandhi von US-Medien und Bloggern des Jahres 2013 einfach lächerlich gemacht, verspottet oder verteufelt. Sheas Schlußfolgerung:

Exactly the same thing will happen with a Pope from a developing nation. When we get one […], there will be a few days of wonder that an African or Asian is doing the job, and then the hand-wringing will start about the Pope suffering from post-colonial false consciousness (meaning “he believes the Catholic faith”), outdated “tribal” sexism (and by “tribal” we think you catch our drift, hint, hint), “backward” superstitions and so forth.

Da trifft Shea genau ins Schwarze.

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