Zypern: Das Gegenteil von gut ist …


In der „Presse“ fragt sich Josef Urschitz angesichts des „Zypern-Pakets“ in Anlehnung an einen „El-Pais-Kommentar“: „Gibt es intelligentes Leben in der Eurozone?“ Vieles von dem, was er schreibt, hätte ich gerne selbst geschrieben – aber wozu den Aufwand, wenn es schon jemand anderer getan hat? Ein richtiges Bankensanierungspaket, das schreibt Urschitz richtig, hätte übrigens wohl eher so ausgehen:

Zuerst bluten die Aktionäre der betroffenen Banken. Sie haben schließlich bewusst das Unternehmerrisiko übernommen, und sie sind es auch, die in guten Zeiten die Gewinne abschöpfen. Sollte das nicht reichen, werden die Zeichner der Bankenanleihen, die den Instituten direkt Geld geborgt haben, herangezogen. Und zuallerletzt wird dann auf große Einlagen zurückgegriffen. Die auch in Zypern garantierten 100.000 Euro sind aber tabu.

Gemacht hat man das Gegenteil.

Dafür jede Menge Vertrauen verspielt und die Sparer in Spanien, Italien und Portugal verunsichert. Auch der Rest des Artikels ist durchaus lesenwert.

Der Pixelökonom argumentiert, warum dieser Eingriff trotzdem zu begrüßen ist: Genau weil er Paniksignale aussendet, damit das Risiko des Wirtschaftens bewußt macht. Ich möchte dem insofern widersprechen, als einige Gruppen, die um das Risiko eher Bescheid wußten (z.B. Eigentümer, Anleiheninvestoren, Interbankenmarkt) ganz oder ziemlich ungeschoren davonkommen, während Sparer, die gar keine realistische Ausweichmöglichkeit hatten, mitgetroffen werden sollten. Ich weiß nicht, wieviele Friseure, Restaurantbesitzer oder Verkäufer ihre Ersparnisse auf irgendwelche ausländischen Banken legen bzw. de facto legen können. Grundsätzlich spricht er aber etwas Wichtiges an: Die zahlreichen „Rettungspakete“ haben erfolgreich das Eingehen des Risikos vom Tragen des Risikos separiert. Das gilt leider auf für das zypriotische Paket. Er schreibt daher:

Der Preis, den wir zahlen werden, wird so lange steigen, bis wir Risiko und Haftung wieder in die selben Hände legen.

Seltsamerweise  gibt es beim entsprechenden EU-weiten Bankeninsolvenzrecht, das dabei helfen soll, seit längerem kaum Fortschritte.

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