Offen für Gottes Zeichen


Der neue Papst sorgt für Reaktionen. Die Böswilligen haben sofort Punkte in den Aussagen oder der Biographie Franziskus’ gesucht, die man zumindest Ahnungslosen als perfid verkaufen kann. Sein scheinbar geringeres Bewußtsein für die tiefsinnigen Symbole des Papstamtes und die Würde der Liturgie verstört manche, obwohl er doch erst seit kurzem im Amt ist und als Seelsorger in Argentinien selbstverständlich andere Erfahrungen mitbringt als sein Vorgänger. Andere stoßen sich daran, er sei zu konservativ, zu progressiv, oder was für andere Schubladen es im Diskurs über die Kirche so gibt.

In seiner Predigt zum Hochfest des hl. Josef – Namenspatron seines Amtsvorgängers –, die ja auch die Predigt zur Feier seiner Amteinführung war, lenkt Papst Franziskus den Blick aufs Wesentliche:

Wie lebt Josef seine Berufung als Hüter von Maria, Jesus und der Kirche? In der ständigen Aufmerksamkeit gegenüber Gott, offen für dessen Zeichen, verfügbar für dessen Plan, dem er den eigenen unterordnet. Es ist das, was Gott von David verlangt, wie wir in der ersten Lesung gehört haben: Gott will nicht ein vom Menschen gebautes Haus, sondern er wünscht sich die Treue zu seinem Wort, zu seinem Plan. Und Gott selbst ist es dann, der das Haus baut, aber aus lebendigen, von seinem Geist gekennzeichneten Steinen. Und Josef ist „Hüter“, weil er auf Gott zu hören versteht, sich von seinem Willen leiten lässt. Und gerade deshalb ist er noch einfühlsamer für die ihm anvertrauten Menschen, weiß mit Realismus die Ereignisse zu deuten, ist aufmerksam auf seine Umgebung und versteht die klügsten Entscheidungen zu treffen. An ihm sehen wir, liebe Freunde, wie man auf den Ruf Gottes antwortet: verfügbar und unverzüglich; aber wir sehen auch, welches die Mitte der christlichen Berufung ist: Christus!

Jedes Pontifikat hat seine guten und schlechten Seiten, wie sie eben jeder Mensch hat; doch in unserem Begehren, Splitter in den Augen der anderen zu finden, verlieren wir in den ganzen kirchenpolitischen Diskussionen den wichtigsten aus dem Blick: Christus. Schön, daß wir im neuen Wappen des Papstes durch das sternflammende Christusmonogramm auf Jesus hingelenkt werden, von dessen Willen wir uns leiten lassen sollen. Wie es in Psalm 142,10 (143,10 H) heißt:

Lehre mich, deinen Willen zu tun; denn du bist mein Gott. / Dein guter Geist leite mich auf ebenem Pfad.

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