Der Christenhammer


Deschner-Werbung im ORF

Deschner-Werbung im ORF

Es war abzusehen, daß die zumindest ansatzweise Freundlichkeit der Leitmedien gegenüber Papst Franziskus nur eine vorübergehende sein würde. Die erste Attacke, bei der man ihn mit der argentinischen Militärdiktatur in Verbindung bringen wollte, war ein voller Schlag ins Wasser. Selbst scharfe innerargentinische Kritiker des Papstes widersprachen bekanntlich den Ergüssen von Guardian und anderen Medien.

Die ORF-Onlineredaktion schwingt daher lieber gleich den Holzhammer, in dem sie Karlheinz Deschners Machwerk „Kriminalgeschichte des Christentums“ bewirbt, das die Christen der Welt als einzige Ansammlung verdammenswürdiger Verbrecher darstellen will. Karlheinz Deschner selbst konzediert: „Ich schreibe aus Feindschaft.“ Eine Aufarbeitung der Verbrechen, die im Namen des christlichen Glaubens begangen wurden, wäre eine lobenswerte Sache gewesen, doch Deschner spottet jeder wissenschaftlichen Praxis. So montiert er z.B. Sätze aus verschiedensten Quellen, oft völlig aus dem Zusammenhang gerissen, damit sich für den unkritischen Leser das gewünschte Bild ergibt. Quellenkritik gibt es bei ihm nicht, was ins vorgefertigte Bild paßt, gilt.

Ein öffentlich-rechtliches Informationsangebot sollte an solche Texte doch wohl kritischer herangehen anstatt Werbung für unwissenschaftliche Tendenzwerke zu betreiben. Allerdings ist nach dem Werbefilm über Lichternährung, den der ORF ja im Hauptabendprogramm gezeigt hat, so ein Anspruch an den Sender offenbar völlig naiv.

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