Taktgefühl für Seelöwen


Mir ist das nicht ganz unbekannt: Ich kann eine Melodie nicht nachsingen, aber ich hab sie im Kopf. Und wenigstens den Rhythmus mache ich dann doch nach. Zumindest in unbeobachteten Momenten. Manchmal konnte man Tiere per Dressur schon dazu bringen, Melodien zu imitieren. Gibt es aber auch Tiere, die Musik empfinden, ohne sie selbst nachahmen zu können? Zumindest eines:

Forschern der Universität von Santa Cruz (USA) ist es gelungen, die Seelöwin Ronan soweit zu bringen, den Rhythmus von Liedern zu imitieren. Bis dahin war dieses Rhythmusgefühl hauptsächlich bei Papageien und anderen lernfähigen Vögeln beobachtet worden, die selbst melodiöse Töne hervorbringen können. Daher war die Theorie entstanden, daß zwischen der Fähigkeit, Melodien zu imitieren, und dem musikalischen Rhythmusgefühl ein evolutionärer notwendiger Zusammenhang besteht – das eine wäre einfach eine Nebenleistung des anderen. Die Seelöwin Ronan widerlegt diese Annahme – wobei das Team (Peter Cook, Andrew Rouse, Margaret Wilson, Colleen Reichmuth) aber konzediert, daß Ronan ein außergewöhnlich lernfähiges Exemplar ihrer Spezies sei.

Hier der ausführliche Artikel im Journal of Comparative Psychology dazu. Und passend dazu ein Artikel von Science Daily zu einer Studie darüber, ob Rhesusaffen eine regelmäßige Schlagfolge aus einem Musikstück herausfiltern können – können sie übrigens nicht.

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