Alan Kay: The Music Is Not In The Piano


Alan C. Kay ist einer breiten Öffentlichkeit leider kein Begriff, doch der 1940 geborene Informatiker war in den Sechziger und Siebziger Jahren an der Entwicklung auch heute noch maßgeblicher Technologien und Konzepte der Informatik beteiligt. Er hat für das Xerox Forschungszentrum PARC gearbeitet, wo unter seiner Mitarbeit der moderne Desktop mit Maussteuerung und Fenstern erfunden worden ist, arbeitete an wissenschaftlichen Projekten für Apple, Walt Disney Imagineering, Hewlett-Packard Labs und anderen. Er gilt als Erfinder der objektorientierten Programmierung. Kay ist auch für sein wegweisendes Konzept des „Dynabook“ aus dem Jahr 1972 bekannt, ein dynamisches, interaktives Gerät in der Größe eines A4-Hefts, das als Unterrichtswerkzeug für Kinder geeignet sein würde.

Nun hat Harry McCracken für das „Time“-Magazin Kay interviewt, und dabei ist ein sehr interessanter und pointierter Text entstanden.

Gleich vorweg: Auch wenn heutige Tablets seinem Dynabook-Konzept nahekommen, so sieht Kay seinen Traum noch unerfüllt, weil er die Anwender auch als Verbreiter selbstgeschaffener Inhalte sehen wollte. Er nennt das „symmetric authoring and consuming“. Und den modernen Einsatz von Comptern in der Schule vergleicht er eher damit, einfach Klaviere in Klassen zu stellen – aber keinen Klavierunterricht zu erteilen.

Allgemein sieht er die jetzige Entwicklung der Computer- und Medienwelt eher skeptisch:

Die Wissenschaft braucht eine Gesellschaft, weil sogar Menschen, die versuchen, gute Denker zu sein, ihre eigenen Gedanken und Theorien lieben — die Fehlerbeseitigung muß großteils von anderen erledigt werden. Aber das ganze System muß über unsere genetischen Zugänge hinauswachsen, damit soziales Denken funktioniert.

Im Gegensatz dazu ist es keine große Übertreibung zu betonen, daß die elektronischen Medien in den letzten mehr als hundert Jahren sogar einige der täglichen Notwendigkeiten für Lesen und Schreiben beseitigt und so großen Teilen der zivilisierten Welt erlaubt haben, in mündliche Gesellschaftsformen zurückzufallen (und das ist überhaupt nicht gut für Systeme, die eine in modernen Formen denkende Bürgerschaft erfordern).

Für die meisten Menschen ist das, was gerade passiert, ziemlich schädlich.

(Meine Übersetzung)

Warum? Weshalb? Selber lesen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s