Will Schmied wirklich gute Lehrer?


Die Verhandlungen über das Lehrerdienstrecht stehen angesichts des nahenden Wahlkampfs unter keinem guten Stern. Doch das hat Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) selbst zu verantworten. Da hat Finanzministerin Maria Fekter wohl recht: „Schmied hat das Ganze mit ihrem Einheitsbrei-Vorschlag an die Wand gefahren.“ So berichtet im „Kurier“.

In der Debatte um das Lehrerdienstrecht ist viel verfahren. So werden die Gewerkschafter gerne als „Betonierer“ bezeichnet, doch es ist ja gerade die Aufgabe von Gewerkschaften, Vorteile für ihre Mitglieder zu erringen, ob es höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen etc. seien. Durch die tief verankerte Sozialpartnerschaft ist es dabei in der Praxis, wenn auch nicht in der Rhetorik, so, daß die österreichischen Gewerkschafter in manchen Fragen bereit sind, den kurzfristigen einem langfristigen Vorteil zu opfern. Daher z.B. die selten Lohnkämpfe, die langfristig Arbeitsplätze kosten.

Die Lehrergewerkschafter haben klar gemacht, wo die langfristigen Verbesserungen liegen könnten: In der Entlastung der Lehrer von Administration, in der Unterstützung durch Psychologen und Sozialarbeiter, in der halbwegs neutralen Gestaltung der Lebensverdienstkurve.

Doch Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek opfern dem Applaus der Journalisten und dem Wahlkampf die Grundregeln des Verhandelns. Es gab ja bislang kaum nennenswerte Konzessionen der beiden Ministerinnen. Auch das seit Jahren bekannte Problem der Überalterung und Schrumpfung des Lehrkörpers wird von den beiden nicht angegangen.

Ich möchte sagen: Sie präsentieren sich gerne als Reformerinnen – und doch können sie nicht sagen, welche Verbesserung der Bildungssituation ihre Reform bringen soll. Ja, höhere Lehrverpflichtung und geringere Lebensverdienstsumme entlasten das Budget und beheben kurzfristig den Lehrermangel. Zur Verbesserung der Unterrichtsqualität oder zur Anwerbung guter Lehrkräfte tragen sie nichts bei.

Im Gegenteil: Sowohl atmosphärisch als auch in den harten Fakten wird der Beruf des Lehrers unattraktiver gemacht. Manche wenden ein, es sollen eben nur hoch motivierte, engagierte Menschen Lehrer werden, denen es nicht um Geld oder Freizeit geht. Gute Idee! So viele dieser Menschen es auch geben mag, es sind aber viel zu wenige, als daß mit ihnen den Unterricht bestritten werden könnte.

Wer gute Lehrer will, muß eben auch die richtigen Anreize schaffen, zum Eintritt, zum Verbleib, über die Laufbahn.

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