Skandal: Grün. Rücktritt: FDP. Aufarbeitung: Null.


Die Debatte um den Einfluß Pädophiler bei den Grünen in den Achtzigern nimmt einen interessanten Verlauf. Die Grünen selbst versuchen die Diskussion natürlich klein zu halten, da sie ihnen – noch dazu vor einer Wahl – schadet und ihrem Selbstbild als Hüter der Moral in der deutschen Politik schadet. So wurde versucht, einen Wikipedia-Eintrag zur Pädophilie-Debatte zu löschen, was aber abgelehnt wurde.

Überraschenderweise tritt jetzt ausgerechnet eine FDP-Kandidatin zurück, die vor mittlerweile 33 Jahren einen Text verfaßte, in dem sie die Straffreiheit sexueller Handlungen Erwachsener mit Kindern gefordert hat. FDP-Mitglied ist sie allerdings erst seit 2007.

Bei den Grünen, bei denen etliche Landesverbände eine Legalisierung der Pädophilie sogar in Wahlprogrammen verankert hatten, konnten hingegen mit der Einrichtung einer Kommission Konsequenzen weitgehend vermieden werden, obwohl sie in den Achtziger Jahren von vielen entsprechend Geneigten als Anlaufstelle gesehen wurden. So berichtet die FAZ:

Mehrere grüne Landesverbände machten sich in den frühen achtziger Jahren die Forderung zu eigen, Pädophilie aus dem Sexualstrafrecht herauszunehmen, so die Grünen in Rheinland-Pfalz, Bremen, Hamburg und Berlin. Ein Sinneswandel trat erst nach 1985 ein. […] Formell aufgehoben wurde die Forderung nach Legalisierung von Pädophilie allerdings erst während des Zusammenschlusses mit dem ostdeutschen Bündnis 90 im Jahr 1993.

Man muß die FAZ loben, daß sie hier weiterrecherchiert, wenn sie sich auch äußerste Zurückhaltung bei der Nennung grüner Politiker auferlegt, obwohl etwa die Aussagen des Mitbegründers der Grünen, Eckehard Stratmann-Mertens nahelegen, daß es hier noch einiges Material gäbe. Daniel Cohn-Bendit, der ebenfalls Konsequenzen vermeidet und jedes Unrechtsbewußtsein in der Causa vermissen läßt, war ja wohl kein verirrter Einzelgänger, sondern wuchs politisch in einer Clicque ähnlich denkender Parteigänger auf. Die Grünen verweigern sich hier der Aufarbeitung, die sie sonst von anderen gerne einfordern.

In Österreich haben Journalisten überhaupt wenig Lust zum Recherchieren gespürt. Dabei belegt die Friedrichhofs-Kommune Otto Mühls, in der jahrelang Kinder mißbraucht wurden, die Existenz eines entsprechenden Biotops auch hierzulande. Dem Leben in dieser Kommune spürt übrigens der Dokumentarfilm „Meine keine Familie“ von Paul-Julien Robert (hier im Interview) nach, der selbst in der Kommune aufwuchs.

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