Ägypten: Über 50 Kirchen zerstört


Was in Ägypten derzeit den Kopten angetan wird, erfährt man nur klausuliert: Dutzende Kirchen in Brand, Priester erschossen, christliche Familien gezielt ausgeraubt, mißhandelt. Die Moslembruderschaft läßt keinen Zweifel daran, daß die Kopten nun endgültig ausgemerzt werden sollen. Schon während der Präsidentschaft Morsis wurden Kopten Ziel von islamistischen Übergriffen einschließlich eines Angriffs auf die Markuskathedrale des koptischen Patriarchen. Mehr Kopten wurden in einem Jahr Mursi wegen angeblicher Beleidigung des Islam verurteilt als in der ganzen Ära Mubarak.

Nun schieben islamistische Führer den Sturz Mursis ihnen in die Schuhe, obwohl das Militär diesen Schritt bekanntlich erst wagte, als Millionen Ägyptern einschließlich salafistischer Gruppierungen (!) Mursis Rücktritt forderten. Die Liste der Attacken wird immer länger, die Zahl der Opfer größer. Unschätzbare Kulturgüter wurden für immer zerstört, jahrhundertealte Kirchen dem Erdboden gleichgemacht. Mitglieder der Bruderschaft sollen die Losung ausgegeben haben: „Wenn Du einen Christen findest, töte ihn!“ Die Parallelen zu den syrischen Islamisten sind nur zu auffällig.

Andrew McCarthy kritisiert im „National Review“ völlig zurecht, daß die Taten der Muslimbrüder in US-(und EU-)Medien verharmlost werden. Aus Gewalttätern werden „friedliche“ Demonstranten, das Niederbrennen koptischer Einrichtungen sei nur eine „Vergeltung“ für den Stutz Mursis. Dabei wird von den Moslembrüdern nur intensiviert, was vorher ohnehin bereits im Gange war. Daher hat wohl der koptisch-katholische Bischof von Asiut auch gemeint, daß sich mit dem Ende der Herrschaft Mursis die Situation für die Christen im Land gebessert hat, wie kathpress berichtet. Sie seien nun wieder „in Ägypten zu Hause.“

Berichte von Christen in Ägypten legen nahe, daß das vorgebliche Massaker an Muslimbrüdern mehr geschickte Propaganda ist, wenn auch natürlich jeder Tote einer zuviel ist. Die Diskrepanz äußert sich im – sehr lesenswerten – kathpress-Bericht bei der Räumung eines Lagers so:

Laut BBC und al-Jazeera sind mindestens 15 Menschen getötet worden, die gegen die Regierung protestierende Muslimbrüderschaft spricht von 300 Toten. Sicherheitskräfte gingen mit Bulldozer gegen die Barrikaden der Protestlager vor und setzten Tränengas sowie Gummigeschosse ein.

Funde von Kalaschnikows und Maschinengewehren in den geräumten Protestcamps zeigten laut Pfarrer Schroedel, dass es sich keineswegs um friedliche Kundgebungen handele.

Die Spirale der Gewalt dreht sich indes weiter. Moslembrüder haben Regierungsgebäude in Brand gesteckt, Polizeireviere gestürmt. Die Sicherheitskräfte werden daher ab nun überall scharfe Munition einsetzen. Die USA und die EU agieren weitgehend hilf- und planlos, und rufen mal die Regierung dazu auf, keine Gewalt anzuwenden – also lieber alles abfackeln zu lassen –, dann die Moslembrüder, in Dialog zu treten. Das Resultat eines solchen Dialogs können wir ja nun ohnehin in Ägypten bewundern. Es ist Schlimmes zu befürchten.

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