Loriot, der Qualkampf und die Kernwähler


Der österreichische Wahlkampf füllt erfolgreich die Zeitungsspalten, wenn auch in der Regel mit geringem Gewinn für den Leser. Stattdessen werden Randthemen aufgeblasen, ein paar „Aufreger“ inszeniert und eine Menge Texte von Journalisten, Politologen und Werbeleuten fabriziert, die sich gegenseitig interviewen, zitieren und analysieren. Ein wunderbares abgeschlossenes selbstreferentielles System.

Da ist Michael Prüllers Text zum „Qualkampf“ in der „Presse“ eine willkommene Abwechslung, weil sein Streifzug durch die Parteikampagnen zumindest Humor beweist. So die Verbindung der SPÖ-Plakate, die einfach nur das Wort „Arbeit“ oder „Pensionen“ ziert, zu Loriots Bundestagsrede, die er den fiktiven Abgeordneten Werner Bornheim halten läßt. In der Fernsehfassung wurde der Name zu Karl-Heinz Stiegler, MdB, der Text blieb gleich. Warum diese Phrasendrescherei Prüller so an den SPÖ-Wahlkampf (und wohl nicht nur an diesen) erinnert, wird bei Anhören der Rede schnell klar:

Wer dann noch Zeit hat, kann den weniger humoristischen, aber interessanten Text von Rainer Nowak lesen, in dem er vor ein paar Tagen die Weisheiten der politischen Blase zerplatzen läßt. Kleiner Hinweis Nowaks: Die Kernwähler sind nicht so blöd, wie die Politikberater glauben.

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