Gott mit dir, du Land der Bayern


Über die bayerische Landtagswahl werden berufenere Köpfe als ich etwas schreiben. Nur einige kleine Bemerkungen: Wenn man die Liste der Wahlumfragen auf wahlrecht.de ansieht, kann man diesmal den Meinungsforschern der renommierten Institute kaum Vorwürfe machen; einzig die Grünen wurden systematisch deutlich überschätzt. Das war vor fünf Jahren nicht der Fall und macht neugierig auf nächsten Sonntag, bei dem freilich die Wählerreaktion auf das Bayernergebnis miteingepreist ist. Was mich an Bayern überrascht, ist die Fülle an kleineren Parteien, die zwar den Landtag nicht erreichen, aber auf Kommunal- und Regionalebene verankert sind und eine feste, aktive Basis haben. Ich denke da etwa an die Bayernpartei oder die Ökologisch-Demokratische Partei. Solche Parteien gibt es in Österreich kaum, jedenfalls nicht mit solcher Tradition und solidem Bestand.

Als Nichtbayer maße ich mir aber ein anderes Urteil zu. Bayern hat nämlich eine wunderschöne Hymne:

Der Text wurde von Michael Öchsner verfaßt, die Melodie stammt von Konrad Max Kunz. Der heute gültige Text ist eine leicht geänderte Version der ersten beiden Strophen, die Öchsner 1860 gedichtet hatte. Die dritte Strophe wird momentan nicht gesungen. Hier der offizielle Text der Bayernhymne:

Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen ruhe Seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau
Und erhalte dir die Farben Seines Himmels, Weiß und Blau!

Gott mit dir, dem Bayernvolke, dass wir, uns’rer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden bauen uns’res Glückes Herd!
Dass mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein jeder schau
und den alten Ruhm bewähre unser Banner, Weiß und Blau!

Mehr zur interessanten Geschichte dieser Hymne kann man auf den Seiten des Freistaats Bayern nachlesen, oder auch auf bayernhymne-online.de, das sich speziell mit der Bayernhymne befasst. Diese Website wurde vom mittlerweile verstorbenen Dr. Johannes Timmermann erstellt, der auch selbst eine neue dritte Strophe für die Hymne dichtete. Timmermann wies auch auf den Gebetscharakter der Hymne hin, der sich beispielsweise auch in einer von Öchsner später geschriebenen vierten Strophe ausdrückt, die sich an die Gottesmutter als Patrona Bavariae wendet.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s