Zum Amoklauf in Niederösterreich


Die Tragödie, bei der gestern drei Polizisten und ein freiwilliger Sanitäter in Ausübung ihres Dienstes gestorben sind, ist für mich nicht fassbar. Welche Tiefen gibt es bei manchen Menschen auszulosten, welche finsteren Seiten? Was ist das für ein Gefühl, wenn der Vater am Abend nicht heimkommt, sondern stattdessen ein Anruf die Nachricht seines Todes überbringt? Warum tut man das jemand anderem an?

Im Kopf sind solche Dramen meist unter „weit weg“ katalogisiert, am ehesten unter „USA“. Dann geschieht es in unmittelbarer Nähe, in Annaberg, in Großpriel, und heimtückisch: Nach dem erstem Schuss ist der Täter nicht etwa geflohen, sondern hat auf das Kommen des Rettungswagens gewartet und etwa den Fahrer mit einem gezielten Kopfschuss durch die Windschutzscheibe getötet.

Christoph Kardinal Schönborn hat in seiner Stellungnahme gestern betont, „wie aufopferungsvoll der Dienst an der Gesellschaft für Polizisten, aber auch für Sanitäter sein kann. Wenn sich auch ihr Alltag weniger dramatisch abspielt, trägt ihr Dienst doch immer die Bereitschaft, für die Mitmenschen alles einzusetzen – bis hin zum eigenen Leben – in sich“. In diesem Sinn: Mein Dank an all die Polizisten, Rettungs- und Feuerwehrleute. Das nächste Mal, wenn ich mich über einen ärgern sollte, denke ich daran, in welche Situationen und Gefahren sie sich für mich zu begeben bereit sind. Und meine Gebete für die Verstorbenen und ihre Angehörigen.

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