Twitter: Wie lange kann das gutgehen?


Seit dem Ende von Google Reader nutze ich Twitter nun deutlich intensiver als zuvor. Man kann mich unter twitter.com/adhollerbusch finden, wo auch Links auf die neuesten Artikel dieses Blogs automatisch gepostet werden.

Wenn man sich allerdings die Geschäftszahlen von Twitter anschaut, kann man sich fragen, wie lange es diesen Dienst eigentlich noch geben kann.

Zwar sind die Einnahmen rasant gestiegen, doch die Ausgaben ebenso, wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann:

2010 2011 2012 1. Hj. 2013
Alle Zahlen in Mio. US$. Saldo = Ergebnis vor Steuern.
Quelle: Twitter
Einnahmen 28,278 106,313 316,933 253,635
Ausgaben 95,819 236,059 396,103 321,752
Saldo -67,541 -129,746 -79,170 -68,117

Twitter hat schon verschiedene Ansätze versucht, um Geld zu verdienen, von gesponserten Tweets, der Vermarktung von TwitPics und Anzeigen bei Suchen auf Twitter. Doch bislang gelang es ihnen nicht, anders als Facebook, so zu wachsen, dass ihr Ergebnis vor Steuern positiv würde. Möglicherweise ist der Zugang von app.net zukunftsträchtiger: Beschränkte Accounts frei, doch eine Zahlung für Nutzung des Dienstes in vollem Umfang. Dann hat man sicher weniger User, aber vielleicht keinen Verlust mehr.

Da Twitter nicht überzeugend darlegen konnte, wie es in die Gewinnzone kommen wird, finde ich es nebenbei interessant, dass es so viele optimistische Anleger zu geben scheint, die trotzdem bereit sind, Twitter-Anteile zu erwerben. Immerhin wird der Wert des Unternehmens auf rund 10 Milliarden Dollar geschätzt. Welche künftigen Zahlungsströme werden da erwartet?

Andererseits: Wer wagt, gewinnt. Und bei 100 Millionen Usern, die Twitter täglich benutzen, finden sich vielleicht Wege, die fehlenden Dollar per User für den Break-even zu generieren.

Übrigens geht Twitter nicht freiwillig gerade jetzt an die Börse. In den USA ist es Vorschrift, dass Unternehmen mit mehr als 2000 privaten Investoren in einen öffentliche Aktiengesellschaft umgewandelt werden müssen. Solange aber der Umsatz unter einer Milliarde Dollar liegt, können die Unterlagen zuerst vertraulich eingebracht werden. Twitter hofft übrigens, eine Milliarde Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien zu erlösen.

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