Ein Wortgottesdienst ist kein Ersatz für die Eucharistie


In mehreren österreichischen Diözesen finden nun tiefgreifende Strukturreformen statt. Die umfassende Organisation der Volkskirche der Fünfziger und Sechziger Jahre soll den vorhandenen Ressourcen, aber auch den vorhandenen Aufgaben angepasst werden, missionarischer werden, die frohe Botschaft hinaustragen. Die Diözesen Graz-Seckau und Wien sind hier zumindest in der Aufarbeitung schon besonders weit fortgeschritten.

Dabei wird eine Zukunft avisiert, in der die Feier der Eucharistie geographisch seltener wird, als sie es bis jetzt war, weil es an Berufungen und der Unterstützung dafür mangelt. Das entspricht einfach den vorhandenen Ressourcen. Gefährlich wird es, wenn die Abhaltung eines Wortgottesdiensts als genügend hervorgestrichen wird. Zwar bemüht man sich etwa in der Erzdiözese Wien zu betonen, dass freilich die Eucharistie das bleibende Zentrum der Kirche sei, doch sei auch der Wortgottesdienst eine Form, in der Christus in der Mitte der Gläubigen gegenwärtig sei.

Mir gefallen an der Diskussion zwei Punkte nicht. Der erste: Die Kirche ist kein „Dienstleistungsbetrieb“, sondern das Volk der Gläubigen, ein Leib in Christus. Wenn es für einen gewissen Dienst an Personal mangelt, so hängt es ursächlich mit den gläubigen Menschen selbst zusammen. Einen „Anspruch“ auf kirchliche „Dienstleistungen“ kann es nicht geben. Der zweite: Aus den frühesten Schriften der Christen wissen wir, dass die wöchentliche Versammlung zur Eucharistie konstitutiv für die christliche Gemeinde war. Die Sehnsucht nach der Kommunion war so groß, dass man lieber den Tod auf sich nahm, als nicht mehr Eucharistie zu feiern, wie etwa die Geschichte der Märtyrer von Abitinae zeigt.

Es wäre in jeder Hinsicht verkehrt, einen Wortgottesdienst in irgendeiner Form als Ersatz einer Eucharistiefeier zu sehen. Es ist gut, zu beten und das Wort Gottes zu hören, doch soll damit das Verlangen nach der Eucharistie nicht gelöscht werden („Ich war eh im Wortgottesdienst …“), sondern eher noch vertieft werden, damit man die nächste Eucharistie mit umso größerer Teilnahme feiert.

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