Wie man unsinnige Ökonomie-Artikel erkennt …


Wer öfter einmal Artikel in Zeitungen oder auch in manchen Internetmedien liest, die sich mit den Wirtschaftswissenschaften beschäftigen, kann meist nur die Haare raufen.  Da werden munter  Stereotypen aus der Scheingegner–Sammlung ausgebreitet und im Dienste der jeweils eigenen Weltanschauung völlig jenseitige Ansichten darüber verbreitet, was der Inhalt der Wirtschaftswissenschaften denn wirklich sei. Meist läuft es darauf hinaus, dass die Ökonomen, zumindest die „Mainstream“-Ökonomen, ziemlich dumm sind, weil sie die politische Forderung XYZ nicht als logische Konsequenz ökonomischer Betrachtung erkennen.

Chris Auld, ein kanadischer Ökonom, hat nun 18 Merkmale zusammengefasst, an denen man die Ergüsse solcher Narren auf dem Schiff der Publizistik erkennen kann.

Darunter befinden sich Punkte wie die Reduktion der Wirtschaftswissenschaften auf makroökonomische Prognosen; die Behauptung, die „Mainstream-Ökonomie“ wäre „marktfundamentalistisch“; oder die freizügige Verwendung des Wortes „neoliberal“ und „neoklassisch“. Dass man absichtlich oder unabsichtlich die Fachbedeutung von Wörtern verfälscht, und etwa Begriffen wie „effizientem Markt“ oder „rationaler Akteur“ neue Inhalte gibt und darauf seine Kritik stützt, ist auch bei uns eine geläufige Strategie.

Nur ein Beispiel: Ein Marktteilnehmer handelt dann rational, wenn (1) er für jede paarweise Wahlmöglichkeit einordnen kann, ob er eines dem anderen vorzieht oder zwischen beiden indifferent ist, und wenn (2) er Gut a dem Gut b vorzieht und Gut b gegenüber Gut c vorzieht, er dann Gut a auch Gut c gegenüber vorzieht. Diese Bedingungen nennt man die Vollständigkeits- und die Transitivitätsbedingung. Sie sagen nichts darüber hinaus, ob eine Person „vernünftig“ handelt, sondern sagen lediglich etwas über ihre Präferenzordnung aus. Trotzdem wird den Wirtschaftswissenschaften oft unterstellt, der homo oeconomicus sage aus, dass alle Menschen vernünftig handeln.

(via Cardiff Garcia)

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2 Gedanken zu “Wie man unsinnige Ökonomie-Artikel erkennt …

    • Da möchte ich gar nicht widersprechen, weil selbst ökonomische Fachartikel manchesmal mit mathematischen Formeln behübschte Essays darüber sind, warum die eigene Meinung immer schon die richtige war. Nach einiger Zeit hat man aber den Dreh heraußen, ob ein Text in diese Kategorie fällt.

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