Südtirol: Die große Wählerverschiebung geht weiter


Die Wahlen in Südtirol werden von manchen nun als Ende einer Ära bezeichnet.

Tatsächlich hat sich der mögliche Verlust der Mandatsmehrheit für die SVP schon lange abgezeichnet, fehlte ihr doch diesmal mit dem Ausscheiden des langjährigen und beliebten Landeshauptmanns Luis Durnwalder auch der Amtsbonus, der der Südtiroler Volkspartei das letzte Mal noch das 18. Mandat im 35-köpfigen Landtag beschert hatte. Nicht ausgeschlossen, dass sein Nachfolger Arno Kompatscher das nächste Mal aber wieder besser abschneidet.

Bemerkenswert ist aber die Entwicklung, dass immer mehr Italiener in Südtirol SVP wählen, die so ihre Stimmverluste an Freiheitliche und Süd-Tiroler Freiheit teilweise kompensieren konnte. Die beiden letztgenannten Parteien haben in der letzten Dekaden erfolgreich das effektive Vertretungsmonopol der SVP für die deutschsprachige Bevölkerung gebrochen, ohne dass die SVP nennenswerten Widerstand geleistet hätte. Ob die politische Zersplitterung der Minderheit für die Vertretung Südtiroler Interessen in Rom gut ist, steht auf einem anderen Blatt.

Doch diese Wählerverschiebung hat einen interessanten Nebeneffekt: Die italienische Linke wollte dies durch eine Aufstellung deutschsprachiger Kandidaten konterkarieren; das ist aber im Großen und Ganzen misslungen. Die italienische Rechte hat sich durch Zersplitterung wiederum selbst marginalisiert. Und so werden diesmal wohl nur fünf der fünfunddreißig Abgeordnete italienischsprachig sein.

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