Auf den Tag Allerheiligen.


O selig wer recht arm auf Christum einig trauet!
Sein ist der Himmel reich! O selig dessen Mut
Voll sanfter Geister liegt! Sein ist der Erden Gut.
O selig dem hier stets vor schweren Strafen grauet,

Der nichts als klagen kann! Gott der sein Elend schauet,
Wischt endlich von ihm ab die herbe Tränen Flut!
O selig den nur dürst in allem was er tut
Nach Recht und Heiligsein, der nur auf Tugend bauet!

Sein Wunsch wird reichlich voll. O selig wem die Not
Des Nächsten bricht durchs Herz! Fürwahr es jammert Gott,
Gott, den ein reiner Geist’ von Angesicht wird kennen,

Der den, so Frieden liebt, sein Kind heißt und sein Haus,
Dem aufschleust, den man hier jagt um die Wahrheit aus,
Der, die man allhier schlägt und schmäht, wird selig nennen.

– Andreas Gryphius (* 1616 † 1664)

Eine Paraphrase auf Matthäus 5,3-12.

Quelle: zeno.org.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s