Willkommen, Eure Exzellenz Franz Lackner!


Jetzt ist Franz Lackner OFM also offiziell zum Erzbischof von Salzburg bestellt worden. Heute ist er bereits in Salzburg. Vorher war er dem Titel nach Bischof von Balecium, einem Ort in Albanien, der seit dem Albanisch-Venezianischen Krieg in Trümmern liegt. De facto war er freilich Auxiliarbischof in Graz-Seckau.

Ich freue mich sehr für Bischof Lackner, und ich freue mich sehr für Salzburg. Der 57jährige kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückblicken, weiß darum, dass Gott oft auf überraschenden Wegen sein Ziel erreicht. Bedauernd mussten die Zeitungen feststellen, dass man ihn nicht in einfach in kirchenpolitische Schubladen einzwängen kann.

Franz Lackner lernt zuerst den Beruf des Elektrikers, ist als UN-Soldat in Zypern im Einsatz, holt dann die Matura, den Lateinunterricht nach. Nach einem Reifungsprozess tritt er mit 28 Jahren in den Franziskanerorden ein, wird wenige Wochen vor dem 35. Geburtstag zum Priester geweiht. Dann schließt er ein Doktoratsstudium der Philosophie mit einer Arbeit über Duns Scotus „summa cum laude“ ab, lehrt dann selbst an der Päpstlichen Hochschule Antonianum in Rom, wird mit 42 Jahren Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz und Provinizial der Wiener Franziskanerprovinz. Mit 45 folgt die Weihe zum Bischof, um Egon Kapellari in Graz-Seckau zu unterstützen. Hätte der 15jährige Eletrikerlehrling Franz Lackner das überhaupt für möglich gehalten?

Aber das ist jetzt seine große Stärke: Er kennt die Welt aus den verschiedensten Perspektiven. Ein Praktiker und Theoretiker. Ein lokal verwurzelter Mensch, der trotzdem die Kirche als eine Weltkirche kennt. Ein Mensch auch, der selbst auf der Suche war und daher anderen helfen kann, die auf dem Weg sind.

Seine Wende zum Glauben erfuhr Lackner nach eigenem Bekunden als UN-Soldat auf Zypern, wie kathpress berichtet:

Dort entdeckte er die Bibel für sich, wobei das Lesen einer Stelle im Matthäusevangelium – „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ – für Lackner eine Lebenswende bringen sollte: „Da war mir, als ob Gott vorüberginge. Ich war zutiefst berührt und innerlich erschüttert. Ich konnte nicht mehr weiterlesen. Eine Sehnsucht ist aufgebrochen. Dieses Ereignis prägt und bestimmt meine Gottesbeziehung und mein Glaubensleben bis auf den heutigen Tag.“

Am Sonntag soll nun in ganz Salzburg im Gottesdienst der neue Erzbischof in die Fürbitten eingeschlossen werden und zum Ende des Gottesdienstes ein feierliches „Te Deum“ erklingen. Bitte und Dank, die gehören hier zu Recht ganz eng zusammen.

Noch ein kleiner Linktipp: Das Redaktionblog von katholisch.at hat sich mit dem „Medienspektakel“ rund im die Bischofsernennung befasst. Einerseits ist es ja erfreulich, wenn das von so großem medialem Interesse ist; andererseits ist die kirchliche Kommunikation da wieder einmal entglitten.

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