C.S. Lewis: Zum 50. Todestag


Am 22. November 1963 starb der Schriftsteller C.S. Lewis, dessen Werke bis heute im englischsprachigen Raum gerne gelesen werden und bei uns in den letzten Jahren wieder größere Verbreitung finden.

Dazu trägt der anhaltende Zauber seiner „Narnia“-Reihe bei, die charmante Bosheit der „Dienstanweisung an einen Unterteufel“ oder die anhaltende Kraft seiner Glaubensschriften, wie „Christentum schlechthin“.

Interessanterweise stammen alle literarischen Texte von Lewis’, die heute noch gerne gelesen werden, aus der Zeit nach seiner Konversion zum christlichen Glauben. Und der Glaube ist auch in vielen thematisch eingewoben, wird wiederholt allegorisch verarbeitet. Was Lewis übrigens in Konflikt mit seinem Kollegen J.R.R. Tolkien brachte, der die Verwendung von Allegorien ablehnte.

Tolkien und er waren in mehrfacher Hinsicht Kollegen. Lewis arbeitete als Literaturwissenschafter am Magdalen College (Oxford) und erhielt 1954 einen Lehrstuhl für Literatur des Mittelalters und der Renaissance in Cambridge. Tolkien war seit 1925 Professor für Angelsächsisch am St. John’s College (Oxford), 1945 erhielt er eine Professur für englische Sprache und Literatur am Merton College (Oxford). Beide waren auch Mitglied der „Inklings“, einer Runde, in der viel über Literatur gesprochen und die neuesten Werke der Teilnehmer vorgelesen wurden.

Ein berührender Teil seiner Lebens ist seine Ehe mit der Schriftstellerin Joy Davidman, mit der er 1956 zunächst eine staatsrechtliche Verbindung einging, damit sie mit ihren Kindern eine Aufenthaltsgenehmigung in Großbritannien erhalten würde. Doch aus dieser Zweckgemeinschaft, in die Lewis freilich durch seine Freundschaft mit Davidman geraten war, wurde mehr.

Schließlich heiratete er die mittlerweile schwer an Krebs erkrankte Frau 1957 im Krankenhaus; völlig überraschend erholte sich Joy wieder. Die beiden konnten schließlich sogar gemeinsame Reisen unternehmen. Schließlich siegte aber die Erkrankung und sie starb 1960 mit 45 Jahren. In einer freien Form wird diese Geschichte im Film „Shadowlands“ mit Anthony Hopkins und Debra Winger nachgezeichnet. Lewis selbst hat den Verlust seiner Ehefrau in einem ursprünglich pseudonym veröffentlichten Werk verarbeitet, „Über die Trauer“. Der englische Titel ist nicht so allgemein: „A Grief Observed“.

Drei Jahre nach seiner Frau stirbt auch C.S. Lewis.

Wer mehr über ihn wissen will, kann dazu zum Beispiel die deutschsprachige Website cs-lewis.de aufsuchen, das Webangebot der C.S. Lewis-Stiftung oder das der Oxforder C.S. Lewis-Gesellschaft.

Update: In der Westminster Abbey wurde an diesem 50. Todestag eine Gedenktafel für C.S. Lewis im sogenannten „Poet’s Corner“ angebracht, in dem schon andere Größen angelsächsischer Literatur wie Charles Dickens und Samuel Johnson geehrt wurden. Hauptredner war kein geringerer als der emeritierte anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, der selbst auch schriftstellerisch tätig ist.

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